Wittener Ehepaar besuchte sein sambisches Patenkind

WITTEN Die Liebe zu Afrika, die Liebe zu den Menschen in der Dritten Welt hat sie ein ganzes Leben lang nicht verlassen. Als junges Paar lebten sie einige Jahre im fernen Sambia. Nach fast 40 Jahren kehrten Gudula und Ernst Schwab nun zurück, um ihr Patenkind zu besuchen.

von Von Barbara Zabka

, 02.01.2009, 14:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Inmitten der dörflichen Gemeinschaft: Ernst und Gudula Schwab mit dem Patenkind Eunister in ihrer Mitte.

Inmitten der dörflichen Gemeinschaft: Ernst und Gudula Schwab mit dem Patenkind Eunister in ihrer Mitte.

In einem ökumenischen Zentrum – christlich orientiert und offen für alle lokalen Glaubensrichtungen – übernahm Diplom-Bibliothekar Ernst Schwab die Leitung der jungen schwedischen Bibliothek. Öffnete sie für alle wissbegierigen Sambier. Ihre beiden Kinder wurden in Sambia geboren. Und als die junge Familie 1971 in ihre deutsche Heimat zurückkehrte, war das mit viel Herzschmerz verbunden. „Man kann solch ein afrikanisches Zuhause nie wirklich verlassen“, betonen beide.

Fast 40 Jahre nach ihrer Rückkehr verschlägt es die Schwabs erneut nach Sambia. Ihr Ziel: Ein kleiner Compound namens Upper Kaleya in der Nähe der Zuckerrohrstadt Mazabuka. In der dörflichen Gemeinschaft von Upper Kaleya wohnt ihr neunjähriges Patenkind Eunister. Mit ihrer Familie, drei Geschwistern und der resoluten Großmutter. Die Patenschaft der Schwabs ermöglicht dem kleinen Mädchen den regelmäßigen Schulbesuch, Kleidung, Nahrung, Bücher und Stifte.

Der Weg zur Schule ist für deutsche Verhältnisse lang. 45 Minuten Fußweg hin, 45 Minuten wieder zurück. Die kleine Grundschule besuchen gut 1000 Kinder aus der Umgebung. Unterricht im Schichtbetrieb, sonst könnte man den Wissensdurst nicht befriedigen. Nur zwölf Lehrer stehen zur Verfügung. „Es könnten durchaus mehr sein“, seufzt Gudula Schwab. „Aber wie überall fehlt das Geld, um Unterkünfte für zusätzliches Lehrpersonal zu errichten.“ Dabei sei Bildung doch das höchste Gut der Menschen. „Vieles hat sich verändert – im positiven und negativen Sinne“, resümiert Ernst Schwab die Rückkehr zu den Wurzeln seiner Familie.

„Und es gibt auch eine ganze Menge Stillstand, denn überall fehlt das Geld, seit der Hauptrohstoff Kupfer den Schwankungen des Weltmarktes ausgeliefert ist.“ Erfreulich dagegen sei es, dass aufgrund der Bildungsoffensive immer mehr junge clevere Frauen ins Geschehen eingreifen. Doch der Besuch hat sich gelohnt. Das ganze Dorf ist auf den Beinen. Zum Willkommensgruß und um die Gastgeschenke zu begutachten. Unvergessliche Augenblicke. „Kommt wieder“  lautet der Abschiedsgruß.  Ernst und Gudula Schwab fanden ihr sambisches Patenkind über „Plan International Deutschland e.V.“.