Wittener Künstler schenkt dem Bundestag "angetannte Kunst"

Baum mit 622 Postkarten-Bildern

WITTEN / HERDECKE Eugen Daub, Postkarten-Künstler aus Witten, hat sich einen Weihnachtswunsch erfüllt: Er hat im Bundestag eine große Tanne aufgestellt und sie mit eigenen Bildern, den "Daub-Touris", geschmückt. Erste Fans hat der Künstler bereits unter den Politikern.

von Von Julia Gaß

, 09.12.2010, 12:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Jürgen Trittin hat einen, Guido Westerwelle, Handball-Bundestrainer Heiner Brand und Richard von Weizäcker auch. Künstler Eugen Daub, der gerade eine Ausstellung im Reinhard Mohn Institut der Universität Witten-Herdecke eröffnet hat verschenkt seine "Daub-Touris" freizügig. Jetzt schenkt er jedem Deutschen eines dieser postkartengroßen, meist fröhlichbunten Kunstwerke, die er "Touris" nennt. Aber weil er der Wahl-Wittener und -Spanier nicht 82 Millionen Kunstkarten unters Volks bringen kann, hat er stellvertretend alle parlamentarischen Volksvertreter damit beschert.Abschmücken dürfen nach Weihnachten alle 622 Bilder hängen nun statt Kugeln als Weihnachtsschmuck an einer fünf Meter großen Tanne, die in der Adventszeit im Bundestag steht. "Angetannte Kunst" (statt angewandte Kunst) nennt das Daub, der auch in Dortmund und der Region schon durch einige Ausstellungen bekannt ist. Und die Parlamentarier scheint's zu freuen. Alle dürfen nach Weihnachten beim Abschmücken helfen und sich ein Kunstwerk mit nach Hause nehmen. Guido Westerwelle habe sich seins schon ausgesucht. "Ich bin sicher, dass ich für Ihr Werk einen besonderen Platz finden werde", habe Bundestagspräsident Wolfgang Thierse dem Künstler versprochen.Weihnachtswunsch geht in ErfüllungUnd Friedrich Merz versicherte: "Ihre Idee, jedem Bundestagsabgeordneten stellvertretend für jeden Deutschen einen Daub zu schenken, finde ich großartig. Ich werde mein Exemplar rahmen lassen und in meinem Büro an einem prominenten Platz ausstellen. Sollten sie mich eines Tages besuchen, werden Sie nicht enttäuscht sein." Die Vizepräsidentin des Bundestages, Gerda Hasselfeldt, und der Ältestenrat hätten ihn bei diesem besonderen Projekt unterstützt, erzählt der Künstler, der in den vergangenen Jahren auch schon "Daublinge" freizügig verteilt hat. "So einen Baum stellen die sonst nicht im Bundestag auf. Für mich ist ein langjähriger Weihnachtswunsch in Erfüllung gegangen. Das ist für mich wie ein Oscar", sagt Daub und freut sich wie ein Kind unterm Christbaum.