Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Wo alte Computer und Spielekonsolen weiterleben

Museum für digitale Kultur

Die legendäre Spielekonsole Atari 2600 ist längst überholt, Commodores Heimcomputer C64 hat seit Jahrzehnten ausgedient - doch in Huckarde wird diesen Geräten neues Leben eingehaucht: Das Binarium ist das erste Deutsche Museum für digitale Kultur. Christian Ullenboom hat das Museum eröffnet - und uns durch die Ausstellung geführt.

HUCKARDE

, 10.12.2016
Wo alte Computer und Spielekonsolen weiterleben

Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.

Im April 2011 habe er angefangen zu sammeln, erzählt Christian Ullenboom. Alte Heimcomputer, Spielekonsolen, Spiele, weltweit habe er nach Exponaten gesucht. Jetzt hat der Unternehmer, Autor und Software-Entwickler in Eigenregie das Binarium eröffnet, das Deutsche Museum für digitale Kultur. Christian Ullenboom will zeigen, wie die elektrischen Geräte Einzug in die Privathaushalte hielten und sich ihre Nutzung und Hardware über die Jahrzehnte veränderten. Die Begriffe Computermuseum oder Computerspielemuseum lehnt er ab.

Vom Tennisspiel zum Konsolenkrieg 

Im Erdgeschoss verfolgen Besucher in drei abgedunkelten Räume die Entwicklung der Spielekonsolen: Die Ausstellung beginnt mit Ataris „Pong“, dem (Tisch-)Tennisspiel aus den 70er-Jahren, zeigt den Anstieg der Innovationen bis zum Konsolenkrieg, beleuchtet dem Boom von mobilen Geräten wie dem Nintendo Game Boy und endet bei den aktuellen Konsolen Xbox One, Wii U und Playstation 4, deren Grafikkarte Menschen fast realitätsgetreu darstellt.

Die erste Etage widmet der Museumsdirektor den persönlichen Computern, den PCs. Dieser Teil der Ausstellung soll 2017 eröffnen. Rund 800 Exponate umfasst die gesamte Sammlung laut Christian Ullenboom, etwa 250 davon werden im Binarium ausgestellt. Auf der Website wird der Bestand vollständig dokumentiert. Für den Direktor steht die Hardware im Fokus - die meisten Besucher werden jedoch wegen der 20 Spielstationen anreisen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das gibt es im Binarium zu sehen

Dortmund hat jetzt ein Museum der digitalen Kultur: Das Binarium hat am Hülshof 28 eröffnet und stellt in dem sanierten Zechengebäude alles aus, was mit der Geschichte der Spielekonsolen und Heimcomputer zu tun hat. Wir waren dort.
09.12.2016
/
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Das Binarium hat am Hülshof 28 eröffnet.© Foto: Stephan Schütze
Gemütliche Sitzmöbel laden zum Zocken ein.© Foto: Stephan Schütze
In einem roten Go-Kart können Besucher Autorennen fahren.© Foto: Stephan Schütze
Die Geschichte der Spielekonsolen wird im Erdgeschoss erzählt.© Foto: Stephan Schütze
Der Flugsimulator wurde eigens für das Binarium angefertigt.© Foto: Stephan Schütze
Die Sammlung umfasst rund 800 Exponate, etwa 250 werden ausgestellt.© Foto: Stephan Schütze
Museumsdirektor Christian Ullenboom wünscht sich, dass jeder Besucher etwas entdeckt, zu dem er eine persönliche Beziehung hat.© Foto: Stephan Schütze
An 20 Stationen können Besucher alte Videospiele spielen.© Foto: Stephan Schütze
Mit den alten Konsolen verbinden viele Menschen eine gute Zeit, ihre Jugendzeit, sagt Museumsdirektor Christian Ullenboom.© Foto: Stephan Schütze
In einer gemütlichen Sitzecke gibt es Spieleklassiker wie Castle Mania, Street Fighter, Mega Man und Sonic.© Foto: Stephan Schütze
Wenn ein altes Gerät nicht mehr funktioniert, gibt es Ersatzgeräte.© Foto: Stephan Schütze
Viele Hersteller wurden von den großen Firmen vom Markt verdrängt.© Foto: Stephan Schütze
Die orangefarbene Spielekonsole ist Christian Ullenbooms Lieblingsexponat.© Foto: Stephan Schütze
Das Sega Master System war eine der bekanntesten Spielekonsolen.© Foto: Stephan Schütze
So sieht es im Binarium aus.© Foto: Stephan Schütze
An der Wii U fahren Besucher zum Beispiel Snowboard, direkt daneben treten sie im Fußball an.© Foto: Stephan Schütze
Alle Exponate hat Museumsmacher Christian Ullenboom selbst beschafft - und bezahlt.© Foto: Stephan Schütze
Aktuelle Konsolen und Spiele werden im Binarium ausgestellt.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Bei diesem Spiel wurde eine Folie auf den Monitor aufgeklebt, damit eine Kulisse für die leuchtenden U-Boot-Punkte entstand.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Eindrücke aus dem Deutschen Museum der digitalen Kultur.© Foto: Stephan Schütze
Schlagworte Huckarde

Das Autorennen bestreiten Besucher im roten Go-Kart, auf dem Wii-Balance-Board fahre ich Snowboard, der Flugsimulator wurde sogar eigens fürs Binarium gebaut – leider fehlt die Bedienungsanleitung. Ulrike Erstling (48) spielt gerade Super Mario. Sie sitze gerne abends mit ihrem Mann an der Konsole, dabei könne sie gut abschalten. Ihre Favoriten: Adventure und Jump‘n‘Run-Spiele.

"Für manche ist es nur ein Zeitvertreib", sagt Praktikant Sergej (26). Er studiert IT-Sicherheit und hat früher selbst viel gespielt. "Die Ecke mit den 16-Bit-Spielen, das war so meine Jugend." Sein Blick geht zum Nintendo Entertainment System, das an einem Fernseher angeschlossen ist. Der Bildschirm zeigt Megaman 2. Sein Lieblingsspiel sei Final Fantasy, vor allem die Teile 6 bis 10, sagt Sergej. "Bei Rollenspielen baut man echt ein zweites Leben auf." Mit jedem Teil habe er rund 100 Stunden verbracht. 

Jeder zweite Deutsche spielt

Jeder zweite Deutsche spielt nach Angaben des Bundesverbands interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) Computer- und Videospiele, Alter und Geschlecht spielen bei der Nutzung kaum eine Rolle. Stefan (33) und Katja (32) sind für den Besuch im Binarium aus Schwelm angereist. Das Paar besitzt viele eigene Konsolen und rund 250 Spiele. "Wir spielen meist zu zweit", sagt Katja, "und er verliert." In der Ausstellung hätten sie vieles gesehen, was sie noch nicht kannten.

Christian Ullenboom wünscht sich, dass jeder Besucher im Binarium etwas finde, wozu er eine persönliche Beziehung habe. Eine Zielgruppe wolle er definitiv nicht ansprechen: den "Obernerd, der nackt im Keller vor dem PC sitzt". "Auf den Verpackungen sehen Sie immer eine glückliche Familie - und nie einen pickligen Jungen", sagt Christian Ullenboom. Wenn sie die alten Verpackungen sehe, würden Kindheitserinnerungen in ihr hochkommen, sagt Ulrike Erstling. "Ich finde es toll, dass die Sachen hier weiterleben." 

Das , Hülshof 28, öffnet montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, am Wochenende bis 18 Uhr.
Der Eintritt kostet 5, ermäßigt 4 Euro, Kinder unter sechs Jahren frei.

Schlagworte: