Wo bleibt das Wort?

BOCHUM "Warum braucht man noch mehr Sitzplätze für die Musik?" Sibylle Broll-Pape konnte gestern die Entscheidung der rot-grünen Koalition, Thürmer in die Marienkirche zu holen, nicht fassen.

von von Ronny von Wangenheim

, 09.09.2008, 19:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Für sie standen alle Signale auf Grün, endlich mit ihrem prinz regent theater in die Innenstadt ziehen zu können. Ein Vorhaben, das sie schon jahrelang verfolgt. "Das war meine einzige Chance", ist sie überzeugt, dass der Zug für sie endgültig abgefahren ist. "Ich weiß nicht, warum ich hier seit 18 Jahren hart arbeite", zeigte sie sich gestern nach der Entscheidung verbittert. Sibylle Broll-Pape  fragt die Politiker nach den Synergieeffekten in Bezug auf die Kulturhauptstadt: Bochum solle doch Stadt des Wortes sein. So hatte ihr Konzept vorgesehen, neben ihrem Theater auch das Europäische Literaturhaus mit aufzunehmen. Gleiches habe auch für den Vorschlag von Annette Dabs, Chefin des Forums für Figurentheater, gegolten, die in der Marienkirche ein Europäisches Produzentenhaus etablieren wollte.

Für sie standen alle Signale auf Grün, endlich mit ihrem prinz regent theater in die Innenstadt ziehen zu können. Ein Vorhaben, das sie schon jahrelang verfolgt. "Das war meine einzige Chance", ist sie überzeugt, dass der Zug für sie endgültig abgefahren ist. "Ich weiß nicht, warum ich hier seit 18 Jahren hart arbeite", zeigte sie sich gestern nach der Entscheidung verbittert. Sibylle Broll-Pape  fragt die Politiker nach den Synergieeffekten in Bezug auf die Kulturhauptstadt: Bochum solle doch Stadt des Wortes sein. So hatte ihr Konzept vorgesehen, neben ihrem Theater auch das Europäische Literaturhaus mit aufzunehmen. Gleiches habe auch für den Vorschlag von Annette Dabs, Chefin des Forums für Figurentheater, gegolten, die in der Marienkirche ein Europäisches Produzentenhaus etablieren wollte.

Beide Nutzungen für ein Theaterhaus sowie die Nutzung als Veranstaltungssaal mit musikalischem Profil, hatte die Verwaltung als gleichwertig eingestuft. Das prinz regent theater hatte sich mit seinem strukturierten Betriebskostenkonzept Vorteile herausgearbeitet. Bis gestern.

Jan Thürmer als Unternehmer wird allerdings nicht einfach seinen Thürmer-Saal an die Viktoriastraße verlegen können. Das wäre nicht förderungswürdig. Schließlich sollen 80 Prozent der geschätzten 12,2 Mio. Euro Kosten vom Land getragen werden. So wird Thürmer wohl als Ankermieter auftreten. Was mit seiner Klavierfabrik und seinem Museum geschieht, ist dagegen noch nicht geklärt.

Folkwang-Hochschule

Hintergrund der plötzlichen Entscheidung für Jan Thürmer könnte sein, dass das Land dessen Saal an der Friederikastraße für den Studiengang Schauspiel der Folkwang-Hochschule kaufen will. Das Vorhaben verzögert sich seit langem. Geplant ist, dass vier das Schauspiel betreffende Studiengänge in Bochum zu einem Fachbereich "Darstellende Kunst" zusammengelegt werden. Eine Chance, die sich die Stadt wohl nicht entgehen lassen will.