"Wo die wilden Kerle wohnen" ist Reise in die Psyche

Kinderbuch-Klassiker

Erwachsene geben bei Psychologen bisweilen eine Menge Geld dafür aus, um ihre Gefühle in den Griff zu bekommen. Kinder gehen bei solchen Problemen am besten ins Kino: "Wo die wilden Kerle wohnen" ist die Verfilmung des Kinderbuch-Klassikers von Maurice Sendak.

von Von Klaus-Peter Heß

, 17.12.2009, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Max Records Auge in Auge mit dem (Kuschel-)Monster in "Wo die wilden Kerle wohnen".

Max Records Auge in Auge mit dem (Kuschel-)Monster in "Wo die wilden Kerle wohnen".

Die unter der Regie von Spike Jonze ("Being John Malkovich") entstandene Adaption funktioniert wie eine Therapie. Sie hinterlässt persönliche Wirkung, und sie ist sehenswert. Erzählt wird die Geschichte des neunjährigen Max (Max Records). Er wächst ohne Vater auf, hat keine Freunde, fühlt sich von seinem Umfeld missverstanden. Max hat eine rege Fantasie, ist aggressiv, einsam und hilflos zugleich. Bis er nachts wutentbrannt von zu Hause ausreißt und nach einem stürmischen Segeltörn auf der Insel der "wilden Kerle" strandet. Dort begegnet er sieben Monstern, die Spiegelbilder seiner inneren Zustände sind. Ausgerechnet diese merkwürdigen Wesen wollen Max als König haben. Auch deshalb, um endlich ein wenig Ordnung in ihr wüstes, chaotisches Leben zu bekommen. Doch rasch muss Max feststellen, dass es nicht ganz einfach ist, die Interessen und die verschiedenen Wesen seiner Untertanen in den Griff zu bekommen.

"Wo die wilden Kerle wohnen" ist ein ernst zu nehmender Tripp in die Kinder-Psyche, der zudem auch noch prächtig unterhält.

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