Wo ist die beste China-Schau?

Neun Ausstellungen

Nicht nur in der Wirtschaft ist China auf dem Weg zur Weltmacht. Auch chinesische Maler und Bildhauer ziehen Kunstfreunde in ihren Bann ziehen. Die Schau "China 8" zeigt 500 Werke in acht Städten und neun Museen. 70000 Besucher haben sie schon gesehen. Aber welche Ausstellung ist die beste? Eine subjektive Antwort geben Daniele Giustolisi, Julia Gaß und Bettina Jäger.

29.07.2015, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wo ist die beste China-Schau?

Die Ausstellung "China 8" präsentiert zeitgenössische chinesische Kunst.

Auf Platz 1: unbestritten das Lehmbruck Museum Duisburg. Denn nichts geht über das Tigerfell aus Zigaretten. 500000 Glimmstengel bilden einen riesiges Fanal gegen die Tigerjagd. Oder doch eher gegen das Rauchen? Ein beeindruckendes Werk von Xu Bing, einem der innovativsten Künstler Chinas. Genauso doppelbödig sind die Holzlöwen, die Wang Mai aus den Resten einer Rüstungsfabrik zusammengebaut hat. Eine wirklich imposante Schau (Friedrich-Wilhelm-Str. 40, Mi/ Fr/ Sa 12-18, Do 12-21, So 11-18 Uhr).

Auf Platz 1: unbestritten das Lehmbruck Museum Duisburg. Denn nichts geht über das Tigerfell aus Zigaretten. 500000 Glimmstengel bilden einen riesiges Fanal gegen die Tigerjagd. Oder doch eher gegen das Rauchen? Ein beeindruckendes Werk von Xu Bing, einem der innovativsten Künstler Chinas. Genauso doppelbödig sind die Holzlöwen, die Wang Mai aus den Resten einer Rüstungsfabrik zusammengebaut hat. Eine wirklich imposante Schau (Friedrich-Wilhelm-Str. 40, Mi/ Fr/ Sa 12-18, Do 12-21, So 11-18 Uhr).

Platz 2

Silber geht an das Folkwang Museum Essen. Schon deshalb, weil die hier ausgestellten fotografischen Arbeiten perfekt erklärt sind. Ästhetisch bieten die Fotos einen Hochgenuss und sind am Puls der Zeit. Ein Knüller ist die kunterbunte Arbeit im Eingang. Urkomisch, was die Künstlergruppe "Ma Daha" (übersetzt heißt das "Wirrkopf") aus Internet-Videos zusammengeschnitten hat (Museumsplatz 1, Di-So 10-18 Uhr).

Platz 3

Überraschend auf dem dritten Platz landet das Kunstmuseum Gelsenkirchen. Dabei klingt der Schwerpunkt "Kalligrafie" zuerst gar nicht so verlockend. Um so begeisterter steht der Besucher vor Wänden, von denen schwarze Tinte herabzutropfen scheint. Verblüffend auch die "Background Story Lu Mountain". Auf den ersten Blick ist das ein Schattenbild eines berühmten Berges. Tritt man dahinter, sieht man: Das ist ja alles aus Mülltüten gemacht! Tief fasziniert hocken die Besucher auch vor dem Video "Rising Mist". Die Fantasielandschaft aus Wald und Hochhäusern lebt - doch das sieht man erst auf den zweiten Blick (Horster Str. 5, Di-So 11-18 Uhr).

Platz 4

Klein aber oho: "Modelle der Irritation" heißt die Schau im Kunstmuseum "Alte Post" in Mülheim auf Platz 4. Künstler Zhou Xiaohu hat hier einen 16 Meter langen Tunnel aufgestellt. Die freundliche Museumsmitarbeiterin reicht eine Taschenlampe. Der Gang durch den Tunnel raubt einem den letzten Nerv: Überall klingen Telefone, Politiker und Generäle wollen mit uns sprechen, Soldaten üben den Krieg. So muss sich Frau Merkel manchmal fühlen (Synagogenplatz 1, Di-So 11-18 Uhr).

Platz 5

Einfach schön sind die "Paradigmen der Kunst" im Osthaus Museum hagen. Edel, wie die "Fließende Wolke" in dem Jugendstil-Bau schwebt. "I am not playing Violin" (Ich spiele nicht Geige) heißt eine Installation, die automatisch Musik komponiert. Überzeugende Vielfalt auf drei Etagen (Museumsplatz 1, Di-So 11-18 Uhr).

Platz 6

Die Sound- und Videokunst im Glaskasten Marl ist dagegen Geschmackssache. Bewegte Bilder wie "Framed" sind so aufwändig gemacht und schön anzusehen wie ein Hollywood-Film. Aber sie bleiben - trotz der Zettel für Besucher - rätselhaft. Hier ist die Teilnahme an einer Führung anzuraten (Creiler Platz, Di-So 11-17, Do bis 20 Uhr).

Platz 7

Im Museum Küppersmühle in Duisburg hat der vier mal vier Meter große Hase (nach Dürer) von Zeng Fanzhi das Zeug zum Meisterwerk. Trotzdem lassen viele der farbmächtigen Riesenbilder den Besucher kalt (Philosophenweg 55, Mi 14-18, Do-So 11-18 Uhr).

Platz 8

Nur Platz 8 für die Kunsthalle Recklinghausen. In diesem "Panorama der Malerei" bleibt fast alles im wahrsten Sinn des Wortes blass und fremd - wie die Gemälde von Zhao Yang, die Jäger und ihre Beute zeigen (Große-Perdekamp-Str. 25, Di-So 11-18 Uhr).

Platz 9

Die rote Laterne für den letzten Platz geht leider nach Düsseldorf. Die Überblicksausstellung im NRW-Forum wirkt wirr, die Räume haben den Charme einer Lagerhalle. Die Schau bewahrt allerdings mit dem 16 Meter langen Riesenbild "View, review" das wichtigste und symbolträchtigste Gemälde der Schau (Ehrenhof 2, Di-So 11-20 Uhr).

China 8“ läuft bis zum 13. September. Das Kombi-Ticket kostet 18 (ermäßigt 10) Euro. Zu empfehlen ist der an den Wochenenden.