Wohlfühl-Schwank "Willkommen bei den Hartmanns“

Im Kino

Die Hartmanns, zuhause in einer Villa in München-Grünewald: Vater Richard (Heiner Lauterbach) ist Arzt, seine Frau Angelika (Senta Berger) eine Mutter-Glucke, die nach dem Auszug der Kinder (Florian David Fitz, Palina Rojinski) jemandem Nestwärme geben will. Einem Flüchtling, Diallo aus Nigeria (Eric Kabongo).

04.11.2016, 16:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wohlfühl-Schwank "Willkommen bei den Hartmanns“

Die Familie Hartmann nimmt den Flüchtling Diallo (Eric Kabongo, 2.v.l.) bei sich auf. Foto: Warner Bros. Ent.

"Willkommen bei den Hartmanns" ist nach "Ostfriesisch für Anfänger" das nächste Kinostück, das auf den Flüchtlingsstrom mit einem humanistischen Reflex im Gewand der Komödie antwortet: Hey, da kommen Menschen, kein Pack und keine Schmarotzer!

Senta Bergers Sohn Simon Verhoeven (Buch und Regie) buckelt dem Sujet diverse Subplots einer Familien-Humoreske auf, tappt gelegentlich in klischeehafte Fettnäpfe, leuchtet das komplexe Thema Integration aber viel besser aus als "Ostfriesisch für Anfänger".

Es gibt nicht bloß Schwarz und Weiß. "Gutmenschen" können einen an der Waffel haben und manchmal auch egoistische Motive in ihrem Engagement für Flüchtlinge.

So sieht es danach aus, als fülle Senta Bergers Figur mit der Aufnahme des Afrikaners eine Leerstelle in ihrem Leben. Der junge Mann wird zum Projekt, zum Ersatzkind.

Mechanische Comedy-Logik

"Wie, ein Termin im Flüchtlingsheim?" Papa Hartmann ist entsetzt, später trompetet er herum, dass er einen Afrikaner beherberge, ergo kein Armleuchter sei. Diallo hilft im Garten, versucht sich als Kuppler für die ewig studierende Tochter (Rojinski) und als Paar-Therapeut für Richard und Angelika.

Hier greift eine mechanische Comedy-Logik, die unterhält, aber auch übers Ziel hinausschießt: Die Nervenklinik, wo Hartmann junior (Fitz) landet, ist ein peinlicher Witzversuch.

Uwe Ochsenknecht spielt einen Schönheitschirurgen, Elyas M’Barek einen Arzt, der Single ist wie die Tochter der Hartmanns - ach was! Am Ende bloß ein Wohlfühl-Schwank, allerdings mit Spurenelementen des wahren Lebens.