Wohnungsbau: Vom Phoenix-See in kleine Straßen

HÖRDE Die Hörder Wohnungsgenossenschaft „gws“ lässt aus Kostengründen ein am Phoenix-See geplantes Mehrgenerationen-Projekt wieder fallen und schreitet mit Geld für Neubauten und Modernisierungen durch die kleinen Straßen.

von Von Peter Bandermann

, 30.01.2009, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Richterbusch und die Elbinger Straße: Zwei typisch Hörder Straßen mit alten Bäumen und Häusern aus der Blütezeit der Stahlindustrie - in diesen Straßen möchte die gws in Neubauprojekte und in die Zukunft investieren.

Der Richterbusch und die Elbinger Straße: Zwei typisch Hörder Straßen mit alten Bäumen und Häusern aus der Blütezeit der Stahlindustrie - in diesen Straßen möchte die gws in Neubauprojekte und in die Zukunft investieren.

Der geschäftsführende gws-Vorstand Johannes Hessel kündigte in dieser Woche ein Neubauprojekt für das Neumarkt-Quartier an. Teilweise würden fast 60 Jahre alte Häuser auch abgerissen. Über den Rückzug vom Phoenix-See sagte Hessel: „Wir haben uns lange überlegt, ob wir dort ein Projekt für generationenübergreifendes Wohnen mit 300 Wohneinheiten realisieren, aber aus verschiedenen Gründen geht das nicht.“ U. a. hindern die Quadratmeterpreise die gws daran. Dennoch hat das Unternehmen ein auf Auge auf das See-Quartier.

Mit dem Vorschub der letzten Jahre modernisiert die Genossenschaft den Wohnungsbestand. Vor allem, um hohe Nebenkosten, zum Beispiel für Energie, zu senken und Mieter zu halten. „Wir verdienen unser Geld nicht mit Nebenkosten, sondern mit Mieten – und die müssen stabil sein“, begründete Hessel die Investition in neue Dächer, Heizungsanlage, Fenster und Fassaden. Mieter der Mehrfamilienhäuser an der Brandeniusstraße oder am Langen Rüggen in Wellinghofen dürfen deshalb mit deutlich sinkenden Nebenkosten rechnen. Laut Hessel können die Modernisierungen die Heizkosten um bis zu 40 Prozent senken, wenn ein Haus den Niedrigenergie-Standard erfüllt. Zum größten Teil vergibt die gws die Bauaufträge an Dortmunder Handwerker. Das sind vier Millionen Euro, die für Instandsetzung und Modernisierung durch die Auftragsbücher fließen.

2009 bringt sich die gws auch als Projektpartner ein, u. a. in der Max-Eyth- und der Breslaustraße im Hörder Norden, wo die Genossenschaft mit „Bethel vor Ort“ ein Behindertenwohnhaus mit zehn Wohnungen baut. Außerdem steckt die gws in Plänen für einen Kindergarten-Neubau der Gemeinde St. Clara.

  • Die 700 gws Häuser gehören den 5000 Genossenschaftsmitgliedern. Wer in einem gws-Objekt wohnt, muss Mitglied der Genossenschaft sein und zahlt genau genommen keine Miete, sondern ein Nutzungsentgelt.
  • Etwa die Hälfte der 700 Dortmunder gws-Häuser steht in Hörde. Der durchschnittliche Mietpreis pro Quadratmeter beträgt 4,31 Euro. Die Leerstandsquote beträgt 0,76 Prozent. 2007 zahlte die gws 1,36 Mio. € Löhne und Gehälter.
  • Johannes Hessel (59) wohnt in Holzen, lernte Bankkaufmann und studierte Volkswirtschaft und Genossenschaftswesen. Er ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dortmunder Wohnungsunternehmen.