Wolverine fährt in „Logan“ zum letzten Mal die Krallen aus

Im Kino

Vieles hier hat das Flair von Endzeit, so die schäbigen Hallen in der Wüste, wo müde Männer hausen, die wir als strahlende Helden kannten. Prof. Xavier (Patrick Stewart) vegetiert senil vor sich hin, ein Schatten seiner selbst. Logan (Hugh Jackman) verdient seine Brötchen (und Xaviers Medikamente), indem er Partygirls zu Nachtclubs chauffiert, Albino-Mutant Caliban (Stephen Merchant) schlurft als Hausmann umher.

DORTMUND

, 02.03.2017, 15:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wolverine fährt in „Logan“ zum letzten Mal die Krallen aus

Gerettet: Hugh Jackman und Dafne Keen.

Vom Tamtam globaler Schlachten und elementarer Urgewalt wie in den "X-Men"-Spektakeln ist nichts zu sehen in James Mangolds "Logan". Es ist ein kleiner, dreckiger Film, der sich für die Gebrechen seiner Figuren interessiert, nicht für die Rettung der Menschheit. Die Welt geht zum Teufel? Na und, wen kümmert’s?

Seit 25 Jahren wurden keine Mutanten geboren, Xaviers Internat für Sonderbegabte ist Geschichte. Das Trio in der Wüste ist mit sich und dem Überleben beschäftigt. Das ist schwer genug, die Kräfte erlahmen.

Die innere Bestie

In der Startsequenz räumt Logan mit einer Bande von Autodieben auf, widerwillig lässt er die innere Bestie von der Kette. Seine Wunden heilen nicht mehr wie früher, er taumelt wie ein angezählter Boxer.

Der Film ist seine Abschiedstournee, Johnny Cashs "Hurt" liefert das musikalische Schlüsselmotiv zum letzten Aufbäumen eines alten Schlachtrosses. Verglichen mit der Megalomanie des Superhelden-Genres verfolgt Mangold den originelleren Ansatz.

Akzeptabler Ausstand

Krachen darf es gleichwohl beim Ausstand eines Helden. Logan muss ein Mädchen beschützen. Laura (Dafne Keen) entstammt einem Labor, wo ein Konzern Mutanten zu Topsoldaten heranzüchtet, siehe "Universal Soldier" und "Resident Evil". Sie hat Krallen und trägt Logans Gene.

Ein Jagdkommando rückt an, Schergen, denen Laura und Logan die Köpfe abschneiden. Die Action wird eine ziemliche Sudelei, viele beißen ins Gras. Dass eine Grenze Schutz bietet, ist Drehbuch-Quatsch, aber so erreicht die nächste Generation der Mutanten sicheres Terrain. Zurück bleiben die Alten - verabschiedet mit einem akzeptablen Film.