Württembergisches Kammerorchester mit Barock-erfahrener Leitung

Konzert im Saalbau

Ein vorweihnachtliches Konzert des Württembergischen Kammerorchester mit Werken von Bach präsentierte die Kulturgemeinde Donnerstagabend, 19. Dezember, ihrem Publikum im Saalbau. Die Musiker aus Heilbronn standen diesmal aber nicht unter Leitung ihres Chefdirigenten, sondern unter der eines Experten der Barockmusik.

INNENSTADT

, 20.12.2013, 19:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vielleicht ist von der Goltz die Barockmusik eine zu große Selbstverständlichkeit geworden. Die beiden bekanntesten Suiten standen zu Beginn, Nr.3 in D-Dur mit dem berühmten Air und jene in h-Moll, an deren Ende die Badinerie, ein tanzartiges Charakterstück, steht. Beide brachte in den 70ern die niederländische Gruppe Ekseption einem der Rockmusik zugeneigten Publikum näher.

Lange Naturtrompeten mit Kordel und Quaste, kupferne Paukenkessel und ein rotes Cembalo inmitten der Streicher bestimmten das Bild. Nach zügiger Ouvertüre erklang von den Streichern das lichte Air. In der zweiten Suite reduzierte sich das Orchester drastisch auf eine verkleinerte Streicher-Besetzung rund um das Cembalo. Solistin Stephanie Winkler nahm allerdings keine hölzerne Traversflöte, sondern ein modernes Instrument für dieses Werk Bachs.

Die weiteren Suiten entsprachen eher dem Concerto grosso: Oboen und Fagott, nun als Concertino vor dem Orchester positioniert – teils begleitet vom basso continuo, und den Bässen und Celli – standen die Streicher als volles Orchester gegenüber. In der vierten Suite durften auch Pauken und Trompeten wieder mitwirken. Bemerkenswert war die Präsenz und Körperspannung des Schlagwerkers, der mit Enthusiasmus seine Pauken bearbeitete. Mit der Réjouissance, dem finalen Scherzo, schloss sich der Ring zur ersten Ouvertüre. Begeisterung gab’s schon mehr.

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