Wunder-bare Matinee

Mozart-Gesellschaft Dortmund

Mit so einem Konzertprogramm macht man sich Freunde: beim jungen Publikum, bei Mozart- und Chopin-Freunden und Zuhörern, die Entdeckungen lieben. Zwei Wochen vor seinem 27. Geburtstag eröffnete der österreichische Pianist Ingolf Wunder am Sonntag die Saison der Dortmunder Mozartgesellschaft im Konzerthaus - mit Edelsteinen aus 300 Jahren Klaviermusik.

DORTMUND

von Von Julia Gass

, 23.09.2012, 16:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ingolf Wunder gilt als hervorragender Chopin-Interpret.

Ingolf Wunder gilt als hervorragender Chopin-Interpret.

Mozart, die "Linzer Sonate", stand natürlich am Anfang. Der Anschlag von Ingolf Wunder ist bewundernswert, deshalb klang das differenziert ausgeleuchtete Werk so originell und war feingeistig gespielt. Poesie an die Tasten zu bringen ist eine von Wunders großen Stärken. Neben seinem Chopin-Spiel. Die Berceuse klang ungemein lyrisch und ruhig. Als Zugabe füllte der junge Österreicher dann noch Chopins erste Ballade mit Brillanz und Farbigkeit.Programm erscheint auch als CD

Bei anderen Pianisten hat Wunder abgeschaut: bei Raoul Koczalski, der 100 Jahre nach Chopin einen Walzer im Chopin-Stil komponierte, bei Horowitz, dessen "Danse excentrique" Wunder in charmante Klänge der 1920er-Jahre hüllte, und bei Arcadi Volodos, der Mozarts "Türkischen Marsch" rasant bearbeitet hat. Eine Entdeckung war auch die "Etincelles" von Moritz Moszkowski, die der Österreicher mit glitzerndem virtuosen Esprit füllte. Und sein "Clair de lune" von Debussy war ein Zaubermoment des Konzerts. Da kroch der Pianist fast in den Flügel und brachte versunkene Mondnachtstimmung in den Saal. Am Schluss stand Filmmusik von Morricone und "Star Wars" in eigener Bearbeitung. Da können dann andere Pianisten abschauen. Das Programm erscheint im Januar auf CD.