Wunschkinder für das Schauspielhaus

Anselm Weber inszeniert

Wenn das Theaterstück „Wunschkinder“ im Schauspielhaus seine Uraufführung feiert, wird in der Vita von den Autoren Lutz Hübner und Sarah Nemitz ein weiterer gemeinsamer Eckpunkt auftauchen. Das Duo arbeitet seit Ende der 1990er Jahre sehr erfolgreich zusammen an neuen Stücken.

BOCHUM

von Benedikt Müschenborn

, 25.05.2016, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Damir Avdic und Sarah Grunert spielen in „Wunschkinder“.

Damir Avdic und Sarah Grunert spielen in „Wunschkinder“.

Wenn das Theaterstück „Wunschkinder“ im Schauspielhaus seine Uraufführung feiert, wird in der Vita von den Autoren Lutz Hübner und Sarah Nemitz ein weiterer gemeinsamer Eckpunkt auftauchen. Das Schreibduo arbeitet seit Ende der 1990er Jahre zusammen an neuen Stücken.

Auf den Bühnen der Bundesrepublik setzten sie mit Stücken wie „Gretchen 89ff.“, „Ehrensache“ oder „Frau Müller muss weg“ Höhepunkte. Ob „Wunschkinder“ sich einreiht, können Theaterinteressierte ab Sonntag, 29. Mai, 19 Uhr, in den Kammerspielen des Schauspielhauses überprüfen.

Sinnsuchende

„Wunschkinder“ dreht sich vordergründig um den 19-jährigen Marc. Nach dem Abitur lebt er meist in den Tag hinein. Sein Lebenskonzept reibt sich mit dem des Vaters, der leitender Ingenieur eines internationalen Konzerns ist. Aufgrund des gut situierten Elternhauses ist Marc eher Sinnsuchender – um Geld muss er sich keine Sorgen machen.

Anders sieht es bei Selma aus. Ihre alleinerziehende Mutter kann der Tochter finanziell wenig bieten. Um über die Runden zu kommen, arbeitet Selma in zwei Nebenjobs. Wäre das nicht schon Belastung genug, macht sie auch noch eine Ausbildung und holt an einer Abendschule ihr Abitur nach. Marc und Selma treffen sich, sie verlieben sich und Selma wird schwanger – das bringt nicht nur das Leben dieses ungleichen Paars durcheinander.

Erwachsenwerden und Elternsein

„Wunschkinder“ ist nicht nur eine Geschichte über das Erwachsenwerden, sondern auch über das Elternsein. Der Noch-Intendant des Schauspielhauses Anselm Weber, der ab der Spielzeit 2017/2018 für das Schauspiel Frankfurt tätig sein wird, stand als Regisseur ab dem ersten Stiftaufsetzen des verheirateten Autorenduos an ihrer Seite.

„Am Anfang stand das weiße Blatt“, erinnert sich Anselm Weber. Abgesehen von konzeptionellen Fragen hielt sich Weber aus der Schreibarbeit aber heraus. „Meine Stärken liegen eher in der Besetzung“, erklärt er die Arbeitsteilung des Trios und vergleicht sich mit einem Dirigenten: „Das Stück ist wie eine Partitur. Es entwickelt ein Eigenleben. Ich instrumentiere das und wie es dann am Ende klingt, weiß niemand vorher.“