Yury Kharchenko will Reformator künstlerisch hinterfragen

Ausstellung "Luther und die Avantgarde"

Die geplante Schau "Luther und die Avantgarde" ab 18. Mai 2017 ist nach Ansicht des Malers Yury Kharchenko eine Chance, das Leben des Theologen auch kritisch zu hinterfragen - insbesondere sein Verhältnis zum Judentum.

WITTENBERG

, 09.11.2016, 15:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Yury Kharchenko will Reformator künstlerisch hinterfragen

Yury Kharchenko mit seinen ?Selbstbildnis als Referenz an das Haftfoto von Herschel Grynszpan von 1938?.

"In meinem Beitrag zur Ausstellung setze ich mich mit der Nähe von Teilen der Kirche zum Nationalsozialismus auseinander", sagte Kharchenko. Er wird im Alten Gefängnis von Wittenberg eine der ehemaligen Zellen gestalten.

 

Der Maler wurde 1986 in Moskau geboren, in Dortmund wuchs er auf. Er lebt und arbeitet in Berlin und Oberhausen. In seiner Kunst beschäftigt er sich intensiv mit Herschel Grynszpan, mit dem er verwandt ist.

 

Dessen verzweifeltes Attentat im Alter von 17 Jahren auf den Ernst vom Rath lieferte dem Nazi-Regime den Vorwand für diePogromnacht am 9. Novemver 1938.

 

Kahrchenko: "Einer meiner Großväter legte im Zweiten Weltkrieg in der Roten Armee seinen Namen Grynszspan ab, um die Verbindung zu jenem Herschel Grünszpan zu verwischen."