Zahl der Straftaten nimmt ab

BOCHUM 2008 sank die Zahl der Straftaten im Polizeibezirk Bochum-Witten-Herne um 17,5 Prozent. Ein fantastisches Ergebnis - mit einfachem Grund. Der Polizei gingen wieder einmal Ebay-Betrüger ins Netz.

von Von Benedikt Reichel

, 25.03.2009, 18:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit der Festnahme mehrerer Ebay-Betrüger konnte die Polizei die Kriminalitätsstatistik deutlich senken.

Mit der Festnahme mehrerer Ebay-Betrüger konnte die Polizei die Kriminalitätsstatistik deutlich senken.

Es fing mit einer Fußballmanschaft an, die sich in der Türkei mit gefälschten Waren eingedeckt und diese bei Ebay vertickt hatte. Als der erste plauderte, flogen immer mehr Internetbetrüger auf – und bescherten der Polizei ein statistisches Erfolgserlebnis. War die Zahl der Straftaten im Jahr 2005 dank Ebay von unter 40 000 auf über 50 000 geklettert, können seit den ersten Festnahmen Jahr für Jahr Erfolge gefeiert werden.

  2008 sank die Zahl der Straftaten im Polizeibezirk Bochum-Witten-Herne nochmals um 17,5 Prozent. Wozu Herne den größten Beitrag geleistet hat. Dort wurden gleich zwei Internet-Banden dingfest gemacht. „Abgesehen von Ebay ist das Bild der Kriminalität nicht viel anders als im Vorjahr“, erklärt Polizeichef Thomas Wenner und listet auf:

  •  Die Zahl der Körperverletzungen ist rückläufig. 3556 Fälle in Bochum, von denen über 84 Prozent aufgeklärt werden konnten.
  • Ein leichtes Plus gibt es bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wobei vor allem die Rubrik Exhibitionismus vor Erwachsenen Zuwächse verzeichnet.
  • Raubdelikte haben zwar auch leicht zugelegt, jedoch gab es deutlich weniger Straßenkriminalität, was Thomas Wenner auf die Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum zurückführt.
  • Es wurden weniger Autos (minus 15 Prozent) gestohlen, aber mehr Wohnungen aufgebrochen (plus 8,7 Prozent). Aufgeklärt wurden in beiden Fällen lediglich ein Fünftel der Straftaten.
  • Einen Mord gab es 2008 nicht. Der einzige Fall von Totschlag wurde aufgeklärt.

Insgesamt lag die Aufklärungsquote in Bochum bei 51,46 Prozent. In Herne ist sie etwas niedriger, in Witten etwas höher. „Darüber kann man nicht meckern, aber Freudentänze muss man auch nicht machen“, sagt Polizeichef Wenner. Für ihn steht jedenfalls fest: „Die Bürger in Bochum müssen keine Angst haben auf die Straße zu gehen.“ Schließlich stehe die Stadt in der landesweiten Polizeirangliste auf Platz zwei – hinter Wuppertal.

Um die Sicherheit für die Bochumer Bürger genauer zu beziffern, hat das Polizeipräsidium in Bochum einen eigenen Indikator entwickelt, in dem nur Straftaten einfließen, die die Bürger der Stadt direkt betreffen.

  • Dazu zählen zum Beispiel Raubdelikte, Diebstahl und Körperverletzungen außerhalb der eigenen vier Wände aber auch Unfälle mit Fahrerflucht. Rausgestrichen werden beispielsweise Betrugsdelikte bei Ebay oder Ladendiebstähle.
  •  Für das Jahr 2008 hat die Polizei einen Sicherheitsindikator von 5439 ermittelt. Heißt: auf 100 000 Einwohner kommen 5439 Straftaten der benannten Kategorien. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 Prozent gesunken.