Zahlenmonster vereinfacht komplexes Thema

Preisänderungsklausel

Abschreckende Mathe-Formel: Die Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH hat in Zeitungsanzeigen ihre Preisänderungsklausel veröffentlicht. Damit sorgte sie zunächst für Verwirrung - und dann für Erleichterung.

BODELSCHWINGH

von Von Holger Bergmann

, 07.08.2013, 16:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fernwärmeversorgung Niederrhein informierte mit dieser Anzeige über die neue Preisänderungsklausel für Fernwärme.

Fernwärmeversorgung Niederrhein informierte mit dieser Anzeige über die neue Preisänderungsklausel für Fernwärme.

CO2-Sparer
 
  • Die Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH ist eine Tochter der Stadtwerke Dinslaken, die seit den 60er-Jahren Fernwärme einsetzen.
  • 1969 baute das Unternehmen ein Fernwärmenetz in Bodelschwingh, Nette und Westerfilde auf.
  • Durch die Nutzung von Fernwärme wird der Wirkungsgrad des Kraftwerks Knepper von 50 auf 90 Prozent gesteigert.
  • In Dortmund erreicht Fernwärme einen Primärenergiefaktor von 0,119. Nur Biomasse-Energie ist CO2-effizienter.

Die komplex aufgebaute Formel stellt dar, wie der Arbeitspreis (AP) der Fernwärme, also die Herstellungskosten berechnet werden. Das scheinbare Wirrwarr in den eckigen Klammern stellt die sogenannten kostenbasierten Preisbestimmungselemente dar. Während in die Klausel eines Kohlekraftwerkes der Kohle-Preis und die Lohnkosten einfließen würde, gibt es beKoi der Fernwärme mehrere Faktoren. Die findet man in den runden Klammern. Dort werden der Festanteil, also das Kühlwasser des Kraftwerks, der Lohn (L) der Mitarbeiter, Investitionsgüter (I), Heizöl (HEL/HS) und Erdgas (G) zusammengeführt. Die Zahlen vor den Buchstaben geben jeweils den Anteil am Preis an. 0,7 sind damit 70 Prozent. 30 Prozent des Fernwärme-Preises macht der Wärme-Index (W) aus. Diesen Index legt das Statistische Bundesamt fest.

Die kleinere Formel unter der Preisänderungs-Klausel berechnet nun den Grundpreis, also das, was der Kunde zahlen muss. Es ist die Summe aus Festanteil, Lohn und Investitionsgüterindex. Als Kunde geht man instinktiv davon aus, dass es automatisch eine Preiserhöhung geben wird, wenn schon eine Preisänderungsklausel erklärt wird. Doch Hubert Gössling, Leiter der Fernwärmeversorgung im Raum Dortmund, hat eine gute Nachricht: „Es wird keine Preissteigerung geben.“ Damit bleibt Fernwärme bezogen auf den Preis pro Megawatt 7,6 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Und so wird aus Zahlenmonster ein nettes Zahlenmonster.  

CO2-Sparer
 
  • Die Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH ist eine Tochter der Stadtwerke Dinslaken, die seit den 60er-Jahren Fernwärme einsetzen.
  • 1969 baute das Unternehmen ein Fernwärmenetz in Bodelschwingh, Nette und Westerfilde auf.
  • Durch die Nutzung von Fernwärme wird der Wirkungsgrad des Kraftwerks Knepper von 50 auf 90 Prozent gesteigert.
  • In Dortmund erreicht Fernwärme einen Primärenergiefaktor von 0,119. Nur Biomasse-Energie ist CO2-effizienter.