Zahlreiche Badeunfälle mit mindestens elf Toten

Badeunfälle

Am Wochenende haben sich zahlreiche Badeunfälle ereignet. Auch im Rhein in Duisburg sind Menschen gestorben. Eine gute Nachricht gibt es aus dem Saarland.

03.08.2020, 06:21 Uhr / Lesedauer: 5 min
Die DLRG musste am Wochenende an vielen Orten ausrücken, um Leben zu retten. (Symbolbild)

Die DLRG musste am Wochenende an vielen Orten ausrücken, um Leben zu retten. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Beim schönen Sommerwetter und Temperaturen von teilweise mehr als 35 Grad zog es am Wochenende viele an Seen, Flüsse und in Freibäder im gesamten Land. Dabei haben sich zahlreiche Badeunfälle ereignet. Am Freitag, Samstag und Sonntag starben mindestens elf Menschen, vier wurden teils lebensgefährlich verletzt und nach zwei im Wasser verschwundenen Personen wird nach wie vor gesucht.

Beim Baden am Riegsee und am Haslacher See in Oberbayern sind zwei Frauen gestorben. Eine 82-Jährige ging am Samstagnachmittag am Riegsee im Landkreis Murnau plötzlich unter, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Eine Freundin und weitere Badegäste zogen sie an Land und reanimierten sie. Trotz der Bemühungen starb sie wenig später im Krankenhaus. Ebenfalls am Samstag fanden Badegäste am Haslacher See bei Bernbeuren (Landkreis Weilheim-Schongau) eine leblose Frau. Die Ermittler konnten diese inzwischen als eine 71-Jährige aus dem Ort identifizieren.

19-Jähriger geht beim Schwimmen mit Freunden einfach unter - tot

Am frühen Sonntagnachmittag hat ein Schwimmer eine Leiche im Wasser des Niederwiesenweihers zwischen Schifferstadt und Böhl-Iggelheim im Rhein-Pfalz-Kreis treiben sehen, wie die Polizei mitteilte. Er alarmierte die Rettungskräfte, diese konnten den Mann nur noch leblos bergen. Bei dem Toten handelt es sich um einen 47-Jährigen aus Hassloch.

Ein 19 Jahre alter Mann ist in einem Germersheimer Baggersee ums Leben gekommen. Der junge Mann sei laut Polizei am Freitag gemeinsam mit Freunden an dem See schwimmen gewesen. Die Freunde hätten beobachtet, wie der Schwimmer im See plötzlich unterging. Von Tauchern der DLRG konnte der Mann nur noch leblos unter Wasser treibend geborgen werden. Die Ermittlungen zur Ursache dauern an.

37-Jähriger stirbt in der Ostsee - Unfallhergang noch unklar

Ein 64 Jahre alter Mann hat beim Baden in einem See in Bensheim gesundheitliche Probleme bekommen und ist wenig später im Krankenhaus gestorben. Wie die Polizei Südhessen am Sonntag mitteilte, hatte der Mann aus Nordhessen gemeinsam mit seiner 56 Jahre alten Begleiterin am Samstag die Schwimminsel auf dem See erreicht. Dort habe die Frau Helfer auf sich aufmerksam machen können. Mitarbeiter des DLRG seien mit dem Boot auf die Insel gekommen und hätten Erste Hilfe geleistet. Der 64-Jährige sei in eine Klinik gebracht worden, wo er kurze Zeit später starb.

Ein 37 Jahre alter Mann ist nach einem Badeunfall im Seebad Ahlbeck (Kreis Vorpommern-Greifswald) gestorben. Zeugen informierten den Rettungsdienst am Freitag, dass ein Mann offenbar leblos im Wasser treibe, wie die Polizei mitteilte. Helfer zogen den Mann dann aus der Ostsee und führten bis zur Ankunft des Notarztes Reanimationsmaßnahmen durch. Der Mann wurde in das Universitätsklinikum Greifswald gebracht. Dort starb der 37-Jährige. Anzeichen für eine Straftat liegen nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht vor. Der genaue Unfallhergang wird noch ermittelt.

Mann springt aus Boot, um an Hafen zu schwimmen - und stirbt

Ein 75 Jahre alter Mann ist im Krampnitzsee in Potsdam mehrere Stunden nach einem Sprung aus seinem Boot tot aus dem Wasser geborgen worden. Taucher hätten ihn am Samstag entdeckt, sagte ein Polizeisprecher. Der 75-Jährige war nach Polizeiangaben vom Sonntag mit seiner Lebensgefährtin auf einem Segelboot unterwegs. Er sei ins Wasser gesprungen, um zum nahe gelegenen Hafen und wieder zurück zu schwimmen. Als er nach einer Stunde nicht zurückgekehrt sei, habe die 77 Jahre alte Lebensgefährtin die Polizei alarmiert. Der Mann wurde als guter Schwimmer beschrieben.

Ein Mensch ist in einem See in Berlin-Biesdorf untergegangen und gestorben - im Tegeler See konnte zuvor ein erschöpfter Schwimmer gerettet werden. Taucher bargen Biesdorfer Baggersee den 19-Jährigen demnach aus dem tiefen Wasser. Ein Notarzt startete Wiederbelebungsversuche, die jedoch erfolglos blieben. Wie es zu dem Unglück kam, war nach Feuerwehrangaben zunächst unklar. Die „Bild“ berichtet, dass es sich bei dem Mann um einen alkoholisierten Nichtschwimmer gehandelt habe.

Jogger ertrinkt im Inn

In Duisburg sind am Freitag gleich zwei Menschen tot aus dem Rhein geborgen worden. Im ersten Fall war am Morgen ein lebloser Körper im Rhein treibend entdeckt worden. Im zweiten Fall am Nachmittag entdeckten Passanten eine Leiche, die sich in der Ankerkette eines festgemachten Schiffes verfangen hatte. Über die näheren Umstände und die Identität der beiden Personen wurde noch nichts bekannt. Die Kriminalpolizei ermittle in beiden Fällen, sagte ein Polizeisprecher.

Ein 46-Jähriger ist am Freitag im Inn ertrunken. Der Mann sei am Vormittag von Angehörigen als vermisst gemeldet worden, als er von einer Joggingrunde nicht zurückkehrte. Wie die Polizei am Freitag meldete, bargen Rettungskräfte wenige Stunden später den leblosen Mann aus dem Inn bei Griesstätt (Landkreis Rosenheim). Wie es zu dem Unfall kam, blieb zunächst unklar. Hinweise auf Fremdbeteiligung gab es laut Polizei keine.

Suche nach Vermissten in der Saar und in der Weser

Mit einem größeren Aufgebot von Polizei, Feuerwehr und DLRG ist am Wochenende in der Saar ein vermisster Schwimmer gesucht worden - bisher ohne Erfolg. Zuvor war ein 58 Jahre alter Mann, der mit Bekannten in dem Fluss gebadet hatte, nicht ans Ufer zurückgekehrt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. An der Suche nach dem Niedersachse hätten sich Taucher beteiligt, am Ufer seien Beamte mit Spürhunden unterwegs gewesen. Auch Drohnen mit Wärmebildkameras seien zum Einsatz gekommen.

Nach dem Zusammenstoß eines Binnenschiffs mit einem Ruderboot auf der Weser in Bremen wird nach wie vor ein Ruderer vermisst. Der 64-jährige sei trotz Suche vieler Helfer nicht gefunden worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Seinen Angaben nach waren das Binnenschiff und das Ruderboot gegen 11 Uhr am Samstag kollidiert. In dem Ruderboot saßen vier Sportler im Alter von 49 bis 64 Jahren. Drei von ihnen konnten sich aus eigener Kraft ans Ufer retten. Dort wurden sie von Rettungskräften und Notfallseelsorgern betreut.

Jetski-Unglück auf der Elbe: Zwei Menschen in Lebensgefahr

Bei einem schweren Unfall auf der Elbe sind zwei Menschen mit einem Jetski verunglückt und lebensgefährlich verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen waren eine 33 Jahre alte Frau und ihr 45 Jahre alter Begleiter um kurz nach Mitternacht vom Hafen Kollmar bei Elmshorn aus zu einer Jetski-Fahrt auf der Elbe aufgebrochen, wie die Polizei mitteilte. An Land zurückgebliebene Freunde der beiden verständigten später die DLRG, weil sie nicht wie geplant von der Ausfahrt zurückkehrten.

Laut Polizeiangaben ist davon auszugehen, dass die beiden in der Dunkelheit den Leitdamm übersehen hatten und mit diesem zusammengestoßen waren. Die 33-Jährige, die leblos und mit dem Kopf unter Wasser neben dem Jetski trieb, konnte demnach noch vor Ort reanimiert werden. Der 45-Jährige, der sich zum Zeitpunkt der Rettung noch auf dem Jetski befand, habe bei dem Unfall eine schwere Kopfverletzung erlitten. Beide wurden mit Rettungswagen in Hamburger Krankenhäuser transportiert und schwebten am Sonntagmittag noch in Lebensgefahr.

Zweijährige wird von US-Streitkräften vor dem Ertrinken gerettet

Nach einem Unfall beim Baden im Bodensee schwebt ein junger Mann in Lebensgefahr. Der 29-Jährige hielt sich nach Polizeiangaben am Samstag mit drei Freunden im hüfthohen Wasser vor dem Friedrichshafener Freizeitgelände Manzell auf, als er aus bislang noch nicht bekanntem Grund unterging, erneut auftauchte und dann komplett unter Wasser versank. Freunde konnten ihn wegen des trüben Wassers erst nach einigen Minuten finden und retten. „Sein Zustand ist weiterhin kritisch“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Der Mann sei in eine Spezialklinik nach Freiburg verlegt worden.

Glimpflich ging ein Badeunfall für ein zweieinhalbjähriges Mädchen am Strandbad Bosen am Bostalsee im Saarland aus. Als die Eltern kurz unaufmerksam waren, begab sich das Kleinkind eigenständig in das seichte Wasser, teilt die Polizei am Sonntag mit. Zwei andere Badegäste, zwei in Deutschland stationierte US-Streitkräfte, entdeckten das Mädchen, das hilflos im Wasser um sich schlug - sie liefen zu dem Kind, das zu dem Zeitpunkt bereits bäuchlings und regungslos auf dem Wasser trieb. Durch Herz-Lungen-Wiederbelebung erwachte das Kind, wurde aber mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht.

Lesen Sie jetzt