ZapfigbayrischesLokalkolorit

Felicitas Gruber

München im Winter, eisglatte Straßen und ein eiskalter Mord. In Felicitas Grubers neuem Krimi "Zapfig" geht es deftig-bayrisch zu.

12.06.2017, 13:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Und das muss man mögen. Wenn Pathologin Dr. Sofie Rosenhuth mit ihrem Ex-Mann und Wieder-Freund, dem Kommissar Joe, über die gemeinsame Zukunft und den Fall redet, dann in breitestem Bayrisch. Und auch mit anderen Protagonisten des Krimis wird im süddeutschen Dialekt geplaudert, dass man meint, eine der beiden Autorinnen, die unter dem Pseudonym "Felicitas Gruber" Sofies Fälle schreiben, habe bei ihrer Fernsehserie "Dahoam is dahaom" abgeschrieben.

Tragischer Fall

Der Fall, um den es geht, ist tragisch. Kurz nach ihrem Junggesellen-Abschied stirbt Sekretärin Natalie, die vor der Heirat mit dem Juniorchef der Privatbrauerei Rößl-bier steht. Bei der Obduktion stellt Sofie fest, dass Natalie Bluterin und schwanger war. Und dass sie offenbar eine Abtreibungspille geschluckt hat.

Dann ertrinkt Brauereichefin Uschi, die der Hochzeit ihres Sohnes mehr als skeptisch gegenüberstand, in ihrem Braukessel. Dummerweise war sie Joes Favoritin bei der Suche nach Natalies Mörder.

Wirkt bemüht fröhlich

Viel Privates der Ermittler steht fast genauso im Mittelpunkt wie die eigentlichen Ermittlungen und die mysteriösen Todesfälle. Ein manchmal eher bemüht fröhlich wirkender München-Krimi.

Südlich des Weißwurst-Äquators einfacher zu verstehen als nördlich. Es gibt spannendere Alpen-Krimis.

Felicitas Gruber: Zapfig, 320 S., Diana, 9,99 Euro, ISBN 978-3-453-35851-5.