Zeche Zollern könnte Welterbe werden

UNESCO

Die Dortmunder Zeche Zollern steht auf der Liste, mit der sich die "Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet" um den Titel als UNESCO-Welterbe bewirbt. Das bestätigte am Freitag Wolfgang Kirsch, der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

DORTMUND

von Von Bettina Jäger

, 11.11.2011, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zeche Zollern spielt in der Bewerbung um den Welterbe-Titel eine wichtige Rolle.

Zeche Zollern spielt in der Bewerbung um den Welterbe-Titel eine wichtige Rolle.

Das bedeutet: Falls die Bewerbung klappt, könnte sich das schöne LWL-Industriemuseum vielleicht ab dem Jahr 2016 mit der begehrten Welterbe-Plakette schmücken.

Bei der Tagung "Industriekultur 2020", zu der sich am Wochenende 280 Fachleute auf Zeche Zollern trafen, ging Kirsch auch auf Kritik an der Welterbe-Bewerbung ein: "Es geht nicht darum, das ganze Ruhrgebiet unter Denkmalschutz zu stellen." Auf der Liste würden nur punktuelle Sehenswürdigkeiten stehen.Keine Dresden-Probleme Probleme wie beim Dresdner Brückenbau erwarte er nicht. "Ich habe keine Bedenken, dass es zu Interessenkonflikten kommen könnte", betonte Kirsch. Keine Großinvestition werde verhindert. Leider spüre er bei der Diskussion Widerstände wie vor 30 Jahren, seufzte Kirsch. "Der Titel würde jeweils zur Wertsteigerung einer ganzen Gegend beitragen", sagte auch Jörg Stüdemann voraus. Der Dortmunder Kulturdezernent würde auch die Dortmunder Kokerei Hansa gerne auf der Bewerbungs-Liste sehen. 

Neben dem Thema "Welterbe" stand die Industriekultur als starkes Markenzeichen des Landes NRW im Mittelpunkt. "Das ist einmalig in der Welt und ein Pfund, mit dem wir wuchern müssen", sagte Karl Jasper, stellvertretender Leiter der Abteilung Stadtentwicklung beim Land NRW. Die Teilnehmer verabschiedeten deshalb eine "Charta Industriekultur NRW 2020", die Industriedenkmäler als Impulse für Stadtentwicklung empfiehlt.Gemeinsames Design Jörg Stüdemann ging ins Detail. Er forderte eine touristische Strategie, um die Industriekultur koordiniert zu vermarkten - unter einer gemeinsamen Dachmarke und mit gemeinsamen Design. Darüber hinaus schlug er ein "Exzellenz-Zentrum" vor. Ein solches Zentrum könnte den Strukturwandel des Reviers in alle Welt tragen - als Beispiel und Hilfe für Regionen, die vor vergleichbaren Umwälzungen stehen.

Hier im Revier soll eine neue Veranstaltung - ähnlich der beliebten "Nacht der Industriekultur", die aber bestehen bleibt -, die industriellen Denkmäler noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Die dafür notwendigen 600 000 bis 800 000 Euro, so kündigte Karola Geiß-Netthöfel als neue Direktorin des Regionalverbandes Ruhr an, sollen aus dem Nachfolge-Etat der Kulturhauptstadt kommen. Der umfasst bekanntlich 4,8 Millionen Euro.

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