Zeugin beschreibt Angeklagten als "ruhig und fürsorglich"

Tödliches Ehedrama

Ruhig, aufmerksam und extrem fürsorglich: Mit diesen Worten hat am Mittwoch vor dem Schwurgericht eine Sozialarbeiterin den mutmaßlichen Frauenmörder von Hörde beschrieben.

HÖRDE

26.08.2015, 12:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Sozialarbeiterin beschrieb den Angeklagten als ruhig, aufmerksam und extrem fürsorglich.

Die Sozialarbeiterin beschrieb den Angeklagten als ruhig, aufmerksam und extrem fürsorglich.

Zusammen mit seiner Ehefrau hatte der Angeklagte in den Jahren 2011 und 2012 regelmäßig einen Hilfsverein für psychisch kranke Erwachsene in der Nordstadt besucht. „Das war eine tolle Zeit“, sagte die Zeugin.

Aus Verlustangst gehandelt

Niemals hätte sich die 50-Jährige eine solche Tragödie vorstellen können, wie sie im Januar dieses Jahres geschah. Mit zwei Stichen in den Hals tötete der Angeklagte seine Ehefrau in der Küche der gemeinsamen Wohnung. Erst zwei Tage später zeigte er die Tat im nahe gelegenen Finanzamt an.

Dass der 61-Jährige, wie er sagt, dabei aus Rache handelte, weil seine Frau ihm vor Jahren einen Seitensprung mit seinem eigenen Bruder gestanden hatte, glaubt inzwischen fast niemand mehr. Als deutlich wahrscheinlicher gilt, dass er aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung handelte. Offenbar fürchtete er, dass seine Frau in ein Pflegeheim müsse und ihm dadurch seine einzige Bezugsperson im Leben genommen würde. So ähnlich hat sich der Angeklagte jedenfalls im Gefängnis gegenüber einer Betreuerin geäußert.

Fortsetzung Mitte September

Der Prozess soll Mitte September fortgesetzt werden. Dann wird mit dem psychiatrischen Gutachten des Sachverständigen Reinhold Dannhorn gerechnet.

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