„Zotenkönig“ Jürgen von der Lippe: Sind seine Witze nicht mehr zeitgemäß?

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Entertainer Jürgen von der Lippe sorgt mit Sprüchen zu Greta für Diskussionen. Völlig zu Recht oder geht es ihm nur um Promo für seine neue TV-Show?

Köln

von Thomas Kielhorn

, 28.01.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Witzig oder aus der Zeit gefallen? Entertainer Jürgen von der Lippe.

Witzig oder aus der Zeit gefallen? Entertainer Jürgen von der Lippe. © dpa

Entertainer Jürgen von der Lippe (71) gibt nur noch selten Interviews. Eigentlich nur noch, wenn er ein neues Buch, eine neue Tour oder eine neue TV-Show zu bewerben hat. Letzteres war am Sonntag der Fall. Da lief im WDR die Sendung „Nicht dein Ernst!“ an.

Zuvor gab er noch ein paar Interviews regte sich erwartbar über Schlagworte wie Greta („Die Leute haben Greta satt“), Klima und die Gender-Diskussion auf. „Niemand wird ernsthaft annehmen können, dass in einem Arztkittel nur Männer stecken. Wohingegen der Ärztinnenkittel ja dann etwas Spezifisches haben müsste, weil es ja sonst ein Arztkittel wäre“, kalauerte er etwa in der „Bild“. „Das generische Maskulinum kann man nicht einfach wegdiskutieren.“

Jürgen von der Lippe gilt als Zotenkönig

Auch die #MeToo-Bewegung bleibt nicht von seinen Gedanken verschont: „Es ist eine wilde Zeit, und dazu kommt dann noch MeToo. Was zur Folge hat, dass wir im Grunde aussterben werden. Es traut sich ja keiner mehr, ‚ne Frau anzugraben. Das ist ja schnell übergriffig. Wenn es so freudlos wird, ist es auch nicht schade um die Menschheit.“

Nun gilt von der Lippe nicht erst seit gestern als Zotenkönig. Wer einmal bei einem Auftritt des 71-Jährigen war, weiß, dass er in seinen Programmen viel „Untenrum“-Humor verbreitet.

Aber die Frage ist, ob er mit seinem abgestandenen Altherren-Humor überhaupt noch zeitgemäß ist. Oder trifft auf von der Lippe, der mit Formaten wie „Donnerlippchen“ und „Geld oder Liebe“ definitiv TV-Geschichte geschrieben hat, eher der Spruch zu: Wer nicht mit der Zeit geht, sollte mit der Zeit gehen...

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