Zu Fuß über die Hörder Gasleitung in den Hochofen

HÖRDE Bald kann man in Hörde eine Gasleitung benutzen wie einen ganz normalen Bürgersteig. Wer diesen Weg nimmt, erlebt am Ende eine dicke Überraschung. Aber erst einmal wurden jetzt die alten Rohre neu verschraubt.

von Von Peter Bandermann

, 17.02.2009, 17:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Ausleger der mächtigen Teleskopkräne heben das 38 Tonnen schwere und letzte Teilstück der Reingasleitung auf das Dach der Phoenix-Halle. In den Rohren fixieren Arbeiter die Übergänge.

Die Ausleger der mächtigen Teleskopkräne heben das 38 Tonnen schwere und letzte Teilstück der Reingasleitung auf das Dach der Phoenix-Halle. In den Rohren fixieren Arbeiter die Übergänge.

In knapp zehn Monaten können Hördes Gäste über ein Treppenhaus neben der Phoenix-Halle auf die Rohre steigen und auf einer 300 Meter langen Strecke in der Hochofenanlage verschwinden. „Phoenix-West kann man nicht nur ebenerdig erkunden“, erläutert LEG-Projektleiter Franz Große-Kreul das rostige Stück Erlebnispädagogik, für das Matthias Ebbert gestern das letzte 34 Meter lange Rohrstück angehoben hat.

Rund 30 Minuten dauerte das Manöver, dann konnten die Monteure vom Hubsteiger über dem Dach der Phoenix-Halle in die Rohre klettern, um die Enden zu verbinden. Für den Techniker Ralf Keller, der seit vier Jahren im Hörder Westen arbeitet, war das physikalisch gesehen „ein normaler Vorgang. Aber irgendwie ist das hier alles schon etwas Besonderes“, schwärmte er. Auch Matthias Ebbert, der täglich für die Franz Bracht KG mit „seinem“ Telekran im Kraftwerksbau und für die Großindustrie im Einsatz ist, sieht das Besondere in diesem Auftrag. Später einmal, wenn ein Steg über die Rohrleitung in den Hochofen führt, möchte der Kranfahrer aus Erwitte wiederkommen. Zaungast bei diesem Spektakel war gestern um 8 Uhr auch Stadtdirektor Ullrich Sierau, der die immer wieder hörbare Kritik an den Phoenix-Projekten einfach weglächelte.