Zu Gast in Sepp Herbergers Bücherwelt

Deutsches Fußballmuseum

In der unteren Etage des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund ist das "Wunder von Bern" inszeniert. Im Obergeschoss gehen die Besucher ab Sonntag in eine ganz andere Welt. In "Herbergers Welt der Bücher". Zum 120. Geburtstag des Meistertrainers am 28. März zeigt Museumsdirektor Manuel Neukirchner eine neue Seite der Legende von 1954, die des Bücherfreundes Herberger.

DORTMUND

, 24.03.2017, 18:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu Gast in Sepp Herbergers Bücherwelt

Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußballmuseums, hat mit seinem Buch über „Herbergers Welt der Bücher“ im Wohnzimmer der Sonderausstellung Platz genommen. Am Sonntag wird die Schau eröffnet. Sie bleibt bis zum Jahresende.

Sehr schön ist die Sonderschau in zwei Räumen inszeniert: Zwei Sessel, Stehlampe, ein Teppich mit Ornamentmuster, Bücherregale und ein Schreibtisch mit Herbergers Schreibmaschine (eine Gabriele 35) und zwei Füllfederhaltern machen das Museums-Wohnzimmer gemütlich.

"Der Eckball ist ein halbes Tor"

In den Regalen stehen rund 1000 der 1500 Bücher aus dem Nachlass des Trainers hinter Glas, und das Deutsche Fußballmuseum hat einige Bücher antiquarisch nachgekauft und ausgelegt. "Damit die Besucher in den Büchern, die Herberger gelesen hat, schmökern können", erklärt Manuel Neukirchner. Er hat in seinem Buch, das am Montag erschienen ist, das letzte Geheimnis von Sepp Herberg gelüftet: die Liebe des Trainers zu Büchern.

In vier Bereiche sind die vielen Regalmeter gegliedert: Herberger, der Psychologe, der Vielschichtige, der Vordenker und der Allgegenwärtige. Passend dazu sind die Bücher von Philosophen, Motivationstrainern wie Dale Carnegie, aber auch von Mao, Taktikbücher über Schach und sogar ein Buch mit jüdischen Witzen geordnet.

Schlüsselsätze

Akribisch hat Herberger in den Bänden Schlüsselsätze unterstrichen. Und in den von ihm getippten Schriften stehen handgeschrieben seine berühmten Fußball-Weisheiten wie "Das nächste Spiel ist immer das schwerste" und "Der Eckball ist ein halbes Tor". Eine Fundgrube für Fußballfans und ein Paradies für Menschen, die gar nicht fußballaffin sind, aber gerne lesen, ist diese Ausstellung.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Herbergers Bücherwelt

24.03.2017
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Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund, mit seinem Buch über "Herbergers Welt der Bücher" am Schreibtisch des Trainers.© Foto: Oliver Schaper
In zwei Sesseln dürfen die Besucher lesen.© Foto: Oliver Schaper
Im zweiten Raum steht Herberger, der Erzähler im Mittelpunkt. © Foto: Oliver Schaper
Blick ins Bücherregal von Sepp Herberger.© Foto: Oliver Schaper
Herberger erzählt in Videos vom Fußballalltag.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
In einer Vitrine liegt auch Herbergers berühmtes Notizbuch.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Das berühmte schwarze Notizbuch des Trainers.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.
© Foto: Oliver Schaper
Blick in Herbergers Bücherregale.© Foto: Oliver Schaper

Herbergers berühmtes schwarzes Notizbuch gehört auch zu den Exponaten. Und in den Schubladen der Regale liegen viele Dokumente, die der Trainer in 361 Aktenordnern gesammelt hat. Darunter Briefe, auch "an die Spielerfrau", und Taktikzeichnungen.

Zu viel Material

Als Herberger seine Autobiografie schreiben wollte, ist er an der Fülle von Dokumenten gescheitert: Zu viel Material", hat er gestöhnt und aufgegeben. Der Schatz, den er hinterlassen hat, gehört der DFB-Stiftung in Frankfurt, die ihn nun nach Dortmund ausgeliehen hat.

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Man sollte sich Zeit für diese Ausstellung und ihre vielen Details nehmen. Dann entdeckt man auch in den Reisepässen des Trainers, dass dieser 1928 als Augenfarbe grau angegeben hat, im Kriegsjahr 1943 plötzlich blau und später wieder grau-grün.

Der zweite Raum, ein Spiegelkabinett, gehört Herberger, dem Erzähler. In Videos, die den Trainer überlebensgroß zeigen, kommt er zur Wort, schwäbelt und fachsimpelt über Fußball.

Ausstellung, Buch und Eröffnung mit Fußballstars:

  • Ausstellung: Deutsches Fußballmuseum, "Herbergers Welt der Bücher", 26.3. bis Jahresende, Platz der Deutschen Einheit 1 in Dortmund. Di-Fr 10-16 Uhr. Eintritt: 10-15 Euro.
  • Eröffnung am Sonntag (26.3.): Ab 11 Uhr, spricht Otto Rehhagel über Herberger als Trainervorbild, und Horst Eckel aus der Elf von 1954 über seine Zeit in der Mannschaft.
  • Buch zur Ausstellung: Manuel Neukirchner: Herbergers Welt der Bücher, 80 S., Die Werkstatt, 19,95 Euro, ISBN 978-373 07 03 40-3.

 

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