"Zu voll" - Busfahrer wirft Mutter mit zwei Kindern aus dem Bus

Linie 449

Aus dem Bus geschmissen bei eisigen minus neun Grad: Das ist Johanna Schott mit ihren zwei Kindern (drei Jahre und elf Monate) in der vergangenen Woche auf der Linie 449 passiert. "Der Bus ist voll", kam als lapidare Begründung. Dann stand die Mutter in der Kälte. Jetzt forscht sie nach den Ursachen.

HOMBRUCH

von Von Laura Kirchberger

, 06.02.2012, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Zu voll" - Busfahrer wirft Mutter mit zwei Kindern aus dem Bus

Eigentlich ist der Busverkehr so geregelt, dass kurz vor dem Bus 449 ein Sonderfahrzeug kommt. Das ist für die Schüler gedacht und fährt nur bis zu den Schulen. So soll der Verkehr entlastet werden. An diesem Tag kam dieser allerdings erst danach. Die Busfahrerin forderte Johanna Schott auf die Ersatzlinie zu nehmen. Da die 31-jährige Mutter allerdings bis zum Zoo fahren muss, hat sie Mittwoch einen Umweg machen müssen. „Wir mussten zweimal umsteigen und viel laufen. Meine Tochter hat nur geweint“, sagt sie verärgert. Sie könne zwar verstehen, wenn der Bus voll sei, doch man müsse sie nicht unfreundlich behandeln. Unverständnis hat sie auch wegen ihrer Kinder. Normalerweise passiere es nicht, dass der Einsatzwagen später fahre, erklärt Lars Hirschfeld, Verkehrsplaner der DSW 21, auf RN-Anfrage. Der Vorfall sei sehr ärgerlich. „Doch was soll die Busfahrerin machen, wenn keiner mehr in den Bus passt“, nimmt er die Mitarbeiterin in Schutz. „Die Verspätung kam sicherlich auch durch die A45-Sperrung zustande“, erklärt Iris Bonk von der Beschwerdestelle.

Die Buslinie bereitet nicht zum ersten Mal Probleme. Der Bus fährt mehrere Schulen an. Durch die Schüler ist er morgens überfüllt. „Mehrfach hat der Bus an Haltestellen nicht gehalten. Die Leute wurden einfach stehen gelassen“, so Schott. Hirschfeld erklärt sich das Problem durch die Kälte: „Wenn es kalt ist, fahren mehr Leute mit dem Bus.“ Das Geld für weitere Fahrzeuge fehle dem Unternehmen eben. Doch er sehe auch das Leistungsversprechen der DEW 21 an ihre Kunden. Er wolle daher mit seinen Kollegen über Möglichkeiten sprechen. „Wir sehen uns die Situation persönlich an. Vielleicht kann man doch einen weiteren Wagen einsetzen oder Kundenbetreuer einstellen“, verspricht er.