Züge fahren ab Mittwoch wieder nach Wuppertal

Nach wochenlanger Bahnpause

Eine 350.000-Einwohnerstadt ohne Bahnanschluss, das ist hart. Und wenn das dann noch über Wochen der Fall ist, noch härter. Sechs Wochen lang war Wuppertal komplett vom Bahnnetz abgeschnitten. Ab Mittwoch soll aber wieder alles planmäßig laufen.

WUPPERTAL

29.08.2017, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
ARCHIV - Oberleitungen der Bahn sind am 23.08.2017 in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) auf der Strecke zu sehen. Nach wochenlangen Bauarbeiten an den Gleisen sollen in Wuppertal bald wieder Passagierzüge fahren. Mit Testfahrten wurde zuletzt überprüft, ob Weichen, Signale und das neue Stellwerk richtig arbeiten. (zu dpa «nach wochenlanger Zwangspause fahren bald wieder Züge nach Wuppertal» vom 28.08.2017) Foto: Federico Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

ARCHIV - Oberleitungen der Bahn sind am 23.08.2017 in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) auf der Strecke zu sehen. Nach wochenlangen Bauarbeiten an den Gleisen sollen in Wuppertal bald wieder Passagierzüge fahren. Mit Testfahrten wurde zuletzt überprüft, ob Weichen, Signale und das neue Stellwerk richtig arbeiten. (zu dpa «nach wochenlanger Zwangspause fahren bald wieder Züge nach Wuppertal» vom 28.08.2017) Foto: Federico Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Weil für den Bau eines neuen Stellwerks der ganze Schienenverkehr von und nach Wuppertal gestoppt werden musste, war Wuppertal die gesamten Sommerferien über vom Bahnverkehr abgeschnitten. Zehntausende Menschen konnten seit dem 16. Juli nur den zeitraubenden Bus nehmen - ein paar Tage noch, dann fahren die Züge wieder: Am Mittwoch um 4.00 Uhr nachts soll es wieder losgehen.

Vieles schiefgelaufen

In der siebtgrößten Stadt von NRW war bei der ersten Sperrung in den Osterferien so viel schief gelaufen, dass es nun in den Sommerferien von allem mehr gibt: mehr Busse, mehr Fahrten, mehr Service und Personal - und mehr zufriedene Gesichter. 90 Gelenkbusse und 230 Busfahrer sind fast rund um die Uhr im Einsatz.

„Das hat bis auf ein paar Ausnahmen gut geklappt“, meint ein Angestellter, der täglich aus Wuppertal nach Düsseldorf zur Arbeit fährt. Im Berufsverkehr stand zwar auch er im Stau, aber immerhin fuhren die Busse viel häufiger als noch an Ostern. Einen Sitzplatz bekam er auch nicht immer. „Einen gemütlichen Stehplatz habe ich aber immer gekriegt“, sagt der unerschütterliche Mann mit seinen 20 Jahren Pendlererfahrung.

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Fahrzeiten länger wurden. Die an normalen Tagen mehr als 100.000 Pendler - die Hälfte nach Wuppertal hinein, die andere heraus - mussten überlegen, wie sie pünktlich zur Arbeit gelangen können.

Mischung aus mehreren Optionen

Die Alternativen zum Schienenersatzverkehr waren Heimarbeit, Fahrgemeinschaft, Urlaub, Fahrrad oder Leihauto - und oft einen Mischung aus verschiedenen Optionen.

„Die Bahn ist sowas von voll“, empört sich ein Angestellter, der aus Dortmund nach Düsseldorf muss. „Alle Leute, die östlich von Wuppertal wohnen, fahren jetzt zum Großteil mit der Bahn über das Ruhrgebiet. Das führt dazu, dass der RE 1 noch voller ist!“ Und er fragt hoffnungsvoll: „Ab dem 30. August machen die wieder auf?“. Nach Auskunft der Bahn soll es dabei bleiben.

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Auch die Wuppertaler Universität und die Industrie- und Handelskammer finden, dass die Abläufe besser geklappt haben. Von „einer Geduldsprobe für Pendler und Reisende“ spricht Christian Bruch von der Handelskammer aber trotzdem.

Vollsperrung alternativlos

Eine Alternative zur Vollsperrung gab es laut Bahn nicht. Mit dem neuen und 32 Millionen Euro teuren elektronischen Stellwerk soll der Bahnverkehr in der Region künftig besser gesteuert werden. „Wir freuen uns über die Modernisierung - aber bitte keine Sperrung mehr“, meint Thomas Eiting, der Sprecher der Stadt.

dpa