Zwei Abende mit Klavierkonzerten Rachmaninoffs

Bochumer Symphoniker

Mit zwei Klavierkonzerten und der Paganini-Rhapsodie begann das Sergej Rachmaninoff gewidmete zweitägige Sonderkonzert der Bochumer Symphoniker im Audimax. Bereits den ersten Abend bestritten gleich drei Solisten am Flügel.

BOCHUM

, 28.03.2015, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zwei Abende mit Klavierkonzerten Rachmaninoffs

Beeindruckte mit Rachmaninoffs Rhapsodie über ein Thema von Nicolo Paganini beim Konzert mit den Bochumer Symphonikern im Audimax: Nareh Arghamanyan am Flügel.

Doch zunächst erinnerte Maestro Steven Sloane mit bewegten Worten an die Opfer des jüngsten Flugzeugabsturzes, bat die Pianistin Nareh Arghamanyan, die Vocalise Rachmaninoffs zu spielen. Das Orchester erhob sich, und schweigend sammelten die Menschen sich zum Gedenken.

Zum Auftakt des eigentlichen Programms spielte Rustem Haydouroff, Professor an der Royal Academy in London, das Klavierkonzert fis-Moll, ein später überarbeitetes Werk des 17-jährigen Komponisten. Nach seiner Eingangskadenz zeigte er sich als Meister leiser Töne, doch der schwere Gang eines russischen Fabelwesens über die Tasten, die vehemente Vorbereitung des nächsten Tutti-Einsatzes zeigten weitere Fassetten seines Könnens. Zutiefst melancholisch ließ er das Andante cantabile erklingen, hüpfte in den Beginn des Schlusssatzes mit seiner Fülle musikalischer Einfälle hinein.

Bravo-Rufe

Den großen Einfallsreichtum Rachmaninoffs zeigte die Armenierin Arghamanyan mit alertem Spiel in der Rhapsodie über ein Thema von Nicolo Paganini. Spritzig, spitzbübisch, als ersänne sie selbst gerade die nächste Variation, jonglierte sie mit Tönen und Tasten. Diabolisch, hexenartig bis ins col legno der Streicher, dann mit stampfenden Anschlägen tscherkessisch anmutend erklangen manche Variationen, andere wieder balladenartig melodiös. Ihre Temperamentausbrüche dankte das Publikum mit Bravo-Rufen.

Schwerer hatte es der israelische Pianist Boris Giltburg. Ihm kam die Interpretation des Konzertes in g-Moll zu, dem es, so seine Worte beim vorangehenden Tischgespräch, an einer großen Melodie mangelt. Rasant, lässig, doch mit markantem Anschlag ging er dieses in den USA entstandene Werk an.

Echo-Preisträger

Tänzerisches, spanische Rhythmik aber auch fernöstlicher Einschlag stammen wohl aus der Mixtur der Einflüsse des Jazz. Martialisch, dann wieder schwelgerisch brachte er dieses wenig beliebte der vier Klavierkonzerte zu Ende.

Rachmaninoffs bekanntere Konzerte Nr. 2 und 3 gab es dann noch am Freitag mit den Pianisten Natasha Paremski und Echo-Classic-Preisträger Nikolai Tokarew.

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