Zwei Generationen luden zur Schubertiade ein

Konzerthaus Dortmund

Wenn ein Weltstar den Nachwuchs unterstützen möchte, nimmt er ihn mit auf eine Konzerttournee. Der serbische Pianist Milos Popovic hat das Glück, in Maria Joao Pires eine Unterstützerin gefunden zu haben.

DORTMUND

, 12.11.2017 / Lesedauer: 2 min
Zwei Generationen luden zur Schubertiade ein

Die Portugiesin Maria Joao Pires ist die Grande Dame des Klavierspiels. Foto: Broede

Die 73-jährige Grande Dame des Klavierspiels aus Portugal machte den Freitagabend im Konzerthaus Dortmund mit dem 32 Jahre jungen Popovic zur Schubertiade, in der vierhändig gespielt wurde, sich beide Pianisten aber auch auf der Bühne gegenseitig bei ihren Soli zuhörten. Und da erlebten Popovic und das Publikum Zaubermomente als Pires die Impromptus von Schubert spielte.

Große Kunst

Wie Lieder ohne Worte klangen die vier lyrischen Werke, die Pires gefühlvoll auf den Tasten sang. An das Gretchen am Spinnrad erinnerte das erste Impromptu, charmanten Ländler-Charakter gab die Portugiesin dem dritten Werk und im vierten zeigte sie nicht nur Poesie, sondern auch Bravour. Das war große Kunst.

Auch in Schuberts Fantasie zu vier Händen und in Schuberts Allegro „Lebensstürme“ war Pires der Motor für Gefühle. Bei Klavierduos, die ständig zusammen spielen, klingen die Werke jedoch geschlossener.

Viel gelernt

Milos Popovic scheint von seiner großen Partnerin viel gelernt zu haben. Beethovens „Appassionata“ formte er sorgfältig, mit viel Gefühl und einem schönen Anschlag aus, gab dem Werk Tiefe und Gehalt und imponierte mit einer guten Technik und einem selbstbewussten Auftritt. Kurtags „Hommage an Schubert“ und eine Bagatelle von Beethoven waren die Zugaben. Schade, dass Maria Pires sich auf den Bühnen so rar macht.