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Zwei Sieger beim Amateurpuppenspiel

Fritz-Wortelmann-Preis

Das Puppenspiel hat in Bochum eine ganz besondere Bedeutung. So vergibt die Stadt seit 1959 den Fritz-Wortelmann-Preis für Amateurpuppenbühnen. In diesem Jahr traten neun Gruppen aus sieben Bundesländern in dem renommierten Wettbewerb gegeneinander an. Bei der Preisverleihung im Rathaus gab es am Sonntag dann eine kleine Sensation.

BOCHUM

von Von Benjamin Hahn

, 24.11.2013
Zwei Sieger beim Amateurpuppenspiel

Jury-Sprecherin Annette Dabs mit den Preisträgern und Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz.

Gleich zwei Gruppen wurden von der aus Vertretern der Stadt und der Bochumer Figurentheaterszene bestehenden Jury auf den ersten Platz gewählt. Es ist ein hohes Lob für das Bärentheater aus Illschwang und ihre „Bärenfaust“ genannte Adaption des „Faust“ von Goethe: „Ihr Stück steckt voller Liebe zum traditionellen Figurenspiel“, erklärte Annette Dabs. Die Jury-Sprecherin und Leiterin des Deutschen Forums für Figurentheater zeigte sich begeistert von der kreativen Adaption des Theaterklassikers. „Sie zeigen, dass traditionell nicht reizlos heißen muss,“ sagte sie. Ebenso angetan war die Jury jedoch auch vom Mannheimer Figurentheater Hände hoch. Dessen Stück „Itak und die Adlerfedern“ erzählt von der Suche des jungen Inuit Itak nach der verloren gegangenen Sonne. Auch hier war es vor allem die Art der Inszenierung, die letztlich die Jury überzeugte.

Annette Dabs: „Es ist ein kreativ gestaltetes Bilderbuch, dessen bescheidene Zurückhaltung bei der Darstellung Raum für die Poesie lässt, damit diese sich entfalten kann.“ Beide Theatergruppen erhielten für den ersten Platz jeweils ein Preisgeld von 1500 Euro. Der immerhin noch mit 1000 Euro dotierte zweite Platz ging in diesem Jahr an die Bochumerin Sara Hasenbrink. In ihrer für ein erwachsenes Publikum geschriebenen „Opheliamaschine“ setzt sie sich mit Heiner Müllers „Hamletmaschine“ auseinander. Neben der eigentlichen Preisverleihung erwies sich die Vorführung des ersten, in Deutschland gedrehten Marionettenfilms als ein weiterer Höhepunkt des Festakts. Die 1924 entstandene, gerade einmal 14-minütige Komödie „Die große Liebe einer kleinen Tänzerin“ erzählt auf eine schwarz-humorige Art von Liebeleien und Eifersüchteleien rund um eine Zirkustänzerin.

Musikalisch begleitet wurde der begeistert vom Publikum gefeierte Stummfilm durch das Duo M-Cine. Der nächste Wettbewerb zum Fritz-Wortelmann-Preis findet voraussichtlich im November 2015. „Es ist eine schöne Tradition und ich hoffe, dass es sie noch viele Jahre geben wird“, so Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz während der Preisverleihung

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