Zwei Staatsanwälte sind bei jedem VfL-Spiel vor Ort

Fußballrichter

Vom Rewirpowerstadion direkt in die Krümmede – für randalierende oder gewalttätige Fußballfans könnte der Besuch eines VfL-Spiels so enden. Zumindest dann, wenn so genannte Fußballrichter, deren Einsatz derzeit diskutiert wird, ins Stadion einziehen.

BOCHUM

von Von Miriam Instenberg

, 25.05.2012, 08:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
In brenzligen Situationen im Stadion wünschen sich Polizisten die Unterstützung eines Fußball-Richters.

In brenzligen Situationen im Stadion wünschen sich Polizisten die Unterstützung eines Fußball-Richters.

Gegen zusätzliche Fußballrichter hätte Volker Schütte nichts einzuwenden, auch wenn er betont, dass Maßnahmen gegen Störer bereits jetzt gut durchgesetzt werden können: Die Polizei habe ein sehr gutes Beweissicherungsteam. Wird ein Randalierer identifiziert, verbringt er zunächst fünf bis sechs Stunden in Polizeigewahrsam. „Meistens geben es die Delikte aber nicht her, Haftbefehle auszustellen“, sagt Schütte. Aber im Falle eines Falles seien ja die Staatsanwälte vor Ort. Die Fußballrichter müsste das Amtsgericht stellen. Was die Kapazitäten angeht, meint Direktorin Rita Finke-Gross: „Sollte die Notwendigkeit bestehen, dann ist das alles machbar.“ Mithilfe eines „beschleunigten Verfahrens“ könnte man dafür sorgen, dass alle Fristen, die eine Anklageerhebung im Normalfall mit sich bringt, wegfallen. Die Verurteilung könne dann auf der Grundlage einer mündlichen Anklage noch im Stadion erfolgen.

Problematisch würde es laut Finke-Gross nur, wenn es sich bei den Straftätern um Jugendliche handelt. „Bei minderjährigen Fußballfans, die Probleme machen, darf ein solches beschleunigtes Verfahren nicht angewendet werden. Dann müssen wir immer das Jugendamt ins Boot holen und mit der Familie sprechen.“ Auch wenn es sich bei der Fußballrichter-Diskussion noch um Zukunftsmusik handelt: „Die Bilder aus Düsseldorf haben mich beunruhigt. Und es ist immer gut, nicht beim Status quo stehen zu bleiben“, sagt Volker Schütte.