Zwei Stars, die wunderbar harmonierten

Konzerthaus Dortmund

Er ist seit letztem Sommer Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra und wird 2017 zusätzlich das renommierte Amt des Gewandhauskapellmeisters in Leipzig bekleiden. Ins Dortmunder Konzerthaus aber kam der weltweit gefragte, dabei erst 36-jährige Lette Andris Nelsons am Sonntag mit dem Lucerne Festival Orchestra und - wie schon tags zuvor in Hamburg - mit der Beethoven-Autorität Rudolf Buchbinder.

DORTMUND

, 09.11.2015, 12:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Alle zusammen harmonierten prächtig in Beethovens erstem Klavierkonzert. Da traf ein feines, detailverliebtes Dirigat auf nuanciertes, perlendes Klavierspiel, das stets organisch aus dem Orchesterklang herauswuchs. Mit souveräner Gelassenheit und dem für ihn typischen Understatement stellte Buchbinder seine Virtuosität dabei an keiner Stelle zur Schau - selbst nicht in der brillanten Solokadenz des ersten Satzes.

Weiche, zart aufblühende Streicher grundierten diesen Beethoven der eher leisen Töne. Einen umso größeren Kontrast setzte im zweiten Teil die höchst expressiv dargebotene fünfte Sinfonie von Mahler.

Momente der Ruhe

Andris Nelsons warf sich lustvoll in die sinfonischen Fluten, erwies sich aber zugleich als sicherer Steuermann, der Mahlers dichtes Stimmengeflecht entwirrte und plastisch und wunderbar durchhörbar präsentierte.

Wie schon bei Beethoven genoss er auch hier ebenso klangverliebt die Momente der Ruhe, in denen die Zeit still zu stehen schien, besonders eindrucksvoll im berühmten Adagietto. Für ihre packende Deutung wurden Nelsons und das Lucerne Festival Orchestra mit nicht enden wollenden Ovationen belohnt.