Zwei Szenarien für Nirosta

Thyssen-Krupp Umbaupläne

Nach einer Betriebsversammlung herrscht bei ThyssenKrupp Nirosta mehr Zuversicht. Betriebsrat Frank Klein hat die 500 Kollegen über die möglichen Szenarien aufgeklärt. Zwei unterschiedliche Perspektiven scheinen den Stahlwerkern derzeit möglich, nachdem der Hauptkonzern angekündigt hat, sich von Nirosta trennen zu wollen.

BOCHUM

von Von Jürgen Koers

, 27.05.2011, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine Übernahme durch einen Investor, der Nirosta zerschlagen oder kurzfristig ausbeuten wolle, sei daher kaum realistisch. „Kein Chinese würde auf unsere Vorgaben eingehen“, formuliert der Betriebsrat, dass er und seine Kollegen sich in so einem Fall als stahlharte Verteidiger erweisen würden.

Anders gelagert ist der Fall, den die Nirosta-Mitarbeiter offenbar bevorzugen: eine eigenständige Aktiengesellschaft (AG). Bis diese umsetzbar sei, dauere es mindestens ein knappes Jahr, schätzt Klein. Für eine AG muss Nirosta aus dem Geflecht des ThyssenKrupp-Konzerns herausgeknotet werden und eine komplett eigene Struktur aufbauen.„So schnell geht das nicht“, sagt Klein. Warum ihm diese Option lieber ist, erklärt sich schnell: Mehr Eigenständigkeit, kürzere Entscheidungswege und vor allem das Vertrauen in die eigene Stärke (Klein: „Wir sind Markt- und Qualitätsführer“). Das Beispiel der Salzgitter AG habe gezeigt, dass in einer Abkapselung eine Chance liege. Denn klar ist Klein und Co.: „In Boom-Jahren kann man mit Stahl richtig viel Geld verdienen.“ Gewinne könnten direkt ins eigene Werk fließen, die Schwester-Unternehmen säßen nicht mehr mit am Tisch. Allerdings gilt auch das Gegenteil: In schlechten Jahren trifft es die Branche besonders hart.