Zwei ungewöhnliche Existenzgründer verlassen die "Garage"

Geschäftsideen mal anders

HÖRDE Das Sprungbrett für Existenzgründer, die "garage.dortmund" hat zwei vielversprechende Geschäftsideen abgesegnet: Restaurant ohne Getränkekarte und IT-Service an Schulen.

30.07.2009, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Harry Jede (l.) ist Computerexperte und will Schulen betreuen. Idris Özgül hat eine seltene Szene-Idee.

Harry Jede (l.) ist Computerexperte und will Schulen betreuen. Idris Özgül hat eine seltene Szene-Idee.

„Was in London funktioniert, das funktioniert auch in Dortmund“, sagt er – und eröffnet voraussichtlich im Oktober das Bistro „Orange“, in dem die Gäste ihren Wein oder das Bier selber mitbringen. Idris Özgül ist der Koch in der Küche, der wechselnde Tagesgerichte, Pizzen oder Baguettes dazu liefert. Nichtalkoholische Getränke gibt es selbstverständlich an der „Orange“-Bar. „Bring your own bottle“ (=„Bring deine eigene Flasche mit“) heißt das in Australien, England und Amerika erprobte Konzept, von dem er überzeugt ist. Seinen Szene-Laden möchte er gemütlich halten: „40 Sitzplätze sind die Obergrenze.“ Interviews mit 187 potenziellen Kunden haben ergeben: 96 Prozent von ihnen würden kommen.

Seinen Markt erkundet hat auch Harry Jede: Der 50-Jährige war bis 1991 das Computerhirn schlechthin in Deutschland für Lotus-Notes und Lotus-Domino – bei schwerwiegenden Problemen führte kein Weg an ihm vorbei. „Ich bin montags ins Flugzeug gestiegen und freitags wieder ausgestiegen“, erinnert er sich an sein Berufsleben – bevor er 1991 Hausmann wurde. Harry Jede möchte die Computer-Netzwerke in Schulen betreuen – und im „Remote“-Verfahren eingreifen. Probleme also ferngesteuert über eine Datenleitung beheben. Meistens würden Lehrer einspringen und müssten ihre eigentlichen Aufgaben liegen lassen, damit das PC-Netz funktioniert.  

Beide haben in der Gründerschmiede im Stiftsforum viel gelernt: Für Harry Jede war es der tägliche Arbeitsrhythmus im Beruf, für den er als IT-Experte wieder einen Takt finden musste. Und Idris Özgül lernte präzises Planen sowie die Kunst, eine Idee von außen kritisch zu betrachten. Bevor es die Kunden tun. Stefanie Focke weiß nicht nur, dass demnächst zwei von 214 Gründern die „Garage“ verlassen. Sie wird sich auch einen Wein und passend dazu ein Lokal aussuchen und kann Schulen einen PC-Experten empfehlen.