Zweitplatzierte Melissa Heiduk fühlt sich nicht als Verliererin

X-Factor

Melissa Heiduk hat den Sieg im Finale der Castingshow X-Factor verpasst. Im Finale musste sich die Bochumerin dem Kölner Duo Mrs. Greenbird geschlagen geben. Trotzdem: „Ich fühle mich nicht als Verliererin“, sagte die 23-Jährige nach der Show. Auch ihr Mentor H. P. Baxxter (Scooter) sah keinen Grund für Tränen und Trübsal.

BOCHUM/KÖLN

von Von Dominik Möller

, 26.11.2012, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zweitplatzierte Melissa Heiduk fühlt sich nicht als Verliererin

Kandidatin Melissa Heiduk ist Zweite der Castingshow X-Factor geworden.

Das große X-Factor-Finale am Sonntagabend hatte nur einen Makel: die schwache Quote. Lediglich 1,66 Millionen Zuschauer wurden registriert, bei einem Marktanteil von acht Prozent in der werbe-relevaten Zielgruppe. Damit feierte die Show zwar einen versöhnlichen Abschluss, dürfte aber dennoch hinter den Erwartungen der Macher geblieben sein. Zum Vergleich: Der neue Münster-Tatort mit Jan-Josef Liefers und Axel Prahl, der am Sonntag zeitgleich zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, hatte knapp zwölf Millionen Zuschauer.

„Ich bin ein Riesen-Fan von den beiden. Sie haben mir eine signierte CD versprochen. Die will ich haben“, sagte Melissa nach der Entscheidung. Sie habe den Siegertitel der Kölner („Shootingstars and Fairytales“) sogar lauthals mitgesungen. Angeblich soll der CD dann auch eine Strähne beiliegen. Ob diese von Sänger und Gitarrist Steffen oder Sängerin Sarah sein würde, blieb allerdings unklar. Das Abenteuer ist vorbei. Knapp drei Monate standen Melissa und ihre Konkurrenten unter Dauerstrom. Termine, Termine, Termine. Autogrammstunden, Promotion-Auftritte, Interviews – die Kalender der Show-Teilnehmer waren voll. Zeit, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, blieb nicht. Oder nur kaum. Wie tief das Loch ist, in das man nach dieser intensiven Zeit fallen kann, hängt von der Perspektive ab. Auch wenn Melissa die Show nicht gewonnen hat, sie hat sich eine solide Basis geschaffen, um das erträumte Leben als Musikerin führen zu können. Zwar ging der Plattenvertrag (zwei Singles, ein Album) am Sonntagabend an Mrs. Greenbird.

Dass Melissa ihren Weg gehen wird, daran zweifelt ihr Umfeld aber nicht. Und sie selbst? Sie will sich überraschen, die Eindrücke der letzten Monate erstmal sacken lassen – und Kontakt zu ihrer Band aufnehmen. Aber: „Die nächsten Tage werden hart“, sagte Melissa im Restscheinwerferlicht des Fernsehstudios, während um sie herum die Bühne bereits abgebaut wurde. Und: „Mir werden die Leute fehlen, mit denen ich in den letzten Monaten so viel Zeit verbracht habe.“Erstmal geht es zurück in den Alltag. Die nächsten Schritte, die Zukunft vorbereiten. Wie diese aussehen wird, ist offen. Dass Melissa Erfolg haben wird, ist ihr zu wünschen – garantieren kann ihr das allerdings niemand. Hilfreich ist, dass ihr Umfeld und vor allem ihre Familie ihr den Rücken stärken – bei allem, was in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren auf sie zukommen wird. Sie habe einen positiven Wandel vollzogen, sagte ihr Vater Thomas, in dessen Brillengeschäft sie noch bis vor zwei Monaten gearbeitet hat. Auch in puncto Styling. „Da haben wir vorher über Jahre auf Granit gebissen“, sagte Thomas Heiduk lachend und mit hörbar lädierter Stimme. Die Stimme hätte in und nach jeder Show gelitten, sagte er. Anfeuern macht halt heiser. Ein Teufelskreis.

Ihre Eltern sind stolz und zufrieden. Stolz auf ihre Tochter. Die beste weibliche Solosängerin der Staffel. Ihr kleines Mädchen mit der gewaltigen Stimme. Und zufrieden, weil Melissa beharrlich und hartnäckig an sich und ihrem Plan A gearbeitet hat. „Die Basis für ihr großes Ziel ist gelegt. Jetzt schauen wir mal, wer sich so bei ihr melden wird“, sagte ihr Vater. Und danach machte er sich mit Melissas Entourage auf den Rückweg nach Bochum, um den zweiten Platz seiner Tochter zu feiern. Im Bermuda3eck. Und dahin wird auch Melissa zurückkehren. Zu ihren Freunden, zu ihren Wurzeln – und zur Karaokemaschine ihrer Lieblingsbar, dem „4630 Kult“.

Das große X-Factor-Finale am Sonntagabend hatte nur einen Makel: die schwache Quote. Lediglich 1,66 Millionen Zuschauer wurden registriert, bei einem Marktanteil von acht Prozent in der werbe-relevaten Zielgruppe. Damit feierte die Show zwar einen versöhnlichen Abschluss, dürfte aber dennoch hinter den Erwartungen der Macher geblieben sein. Zum Vergleich: Der neue Münster-Tatort mit Jan-Josef Liefers und Axel Prahl, der am Sonntag zeitgleich zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, hatte knapp zwölf Millionen Zuschauer.