Zwölfjähriger stellt Kunstwerke im Katharinen-Hospital aus

rnKünstler Jakob Hein

Bilder, die Fernweh erzeugen, sind seit Montag im Katharinen-Hospital zu sehen. Künstler Jakob Hein beeindruckt nicht nur mit seinem Können, sondern auch mit seinem jungen Alter.

von Sebastian Pähler

Unna

, 10.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Wegträumen ans blaue Meer oder auch vertiefen in düstere Unwetter oder helle Strandidyllen können sich für die nächsten Wochen die Patienten und Besucher des Katharinen-Hospitals. Am Montag wurde die Ausstellung „Reiselust“ in den beiden Fluren links und rechts vom Eingangsbereich des Krankenhauses eröffnet. Die Bilder wirken zwar schon ganz für sich alleine, doch Respekt verlangten sie vielen Betrachtern ab, als sie erfuhren, wer sie gemalt hat. „Sonst fragen wir nicht nach dem Alter der Künstler, die bei uns ausstellen“, erläuterte Thorsten Roy, der die Rede zur Ausstellungseröffnung hielt. „Wenn der Künstler aber zwölf ist, ist das schon eine Nachricht wert“, so der Kaufmännische Direktor des Katharinen-Hospitals. Jakob Hein ist zwölf Jahre alt, Schüler am Pestalozzi-Gymnasium, und wenn er sagt, sein Hobby sei Malen, dann meint er nicht Kritzeln mit Buntstiften oder Wasserfarbe, sondern richtiges künstlerisches Arbeiten mit Pastellkreide und Ölfarben.

Künstler seit dem fünften Lebensjahr

Schon seit seinem fünften Lebensjahr begleitet Jakob diese Leidenschaft. „Als ich fünf war, haben wir auf Langeoog Urlaub gemacht. Und da gab es einen Malkurs, bei dem man ab fünf Jahren mitmachen konnte“, erzählte der junge Künstler. Anselm Prester heißt der Künstler, der in Jakob die Begeisterung für die Kunst weckte, die bis heute anhält. „Ich fahre immer in den Sommerferien auf die Insel“, berichtete er. Dort entstehen dann Vorzeichnungen, die er später zuhause ausarbeitet. Der große Trick sei es, nicht zu lange an den Bildern zu arbeiten und zu wissen, wann man aufhören muss. „Wenn man länger malt, fallen einem immer mehr Details auf und dann versaut man das immer“, erklärte Jakob Hein, der neben der Malerei aber auch Musik macht und Fußball spielt, wie viele seiner Altersgenossen.

Anerkennung von Mitschülern

Denen gefällt, was ihr Mitschüler in seiner Freizeit fabriziert. „Die bewundern, das ich im Kunstunterricht so gut malen kann“, sagt Jakob. „Manchmal wird man auch gehänselt, aber es ist eigentlich cool.“ Felix und Elias, auch Schüler am PGU, die die Ausstellung am Montag besuchten, gehörten auf jeden Fall zu der Seite der Fans. „Das ist beeindruckend“, stellte der dreizehnjährige Felix fest, der wusste, dass Jakob gut malen kann, aber im Krankenhaus zum ersten Mal eine große Auswahl seiner Bilder sah.

Die Bewunderer des jungen Maltalentes waren aber keineswegs nur in seiner Altersstufe. Zahlreiche Besucher waren zur Vernissage gekommen, die der mit 17 Jahren ebenfalls noch junge Pianist und Freund von Jakob, Magnus Langer, als Überraschung musikalisch begleitete. Voll des Lobes ließen sie ihre Blicke über Ansichten der Nordsee streifen und entdeckten hier und da das eine oder andere vertraute Motiv, denn auch Unnas Nicolaiviertel und die Stadtkirche haben Jakob schon Modell gestanden. Er kann sich in jedem Fall vorstellen, später künstlerisch zu arbeiten, und will neben Pastellkreide und Öl noch andere Techniken ausprobieren.