So sieht es aktuell am Endelner Weg aus: unübersehbar Tempo 20, die 30er-Zone beginnt erst weiter hinten. © privat
Tempo 20

Stadt und Polizei wollen am Endelner Weg noch mehr kontrollieren

„Abzocke“, schimpfen Verkehrsteilnehmer, die am Endelner Weg geblitzt wurden. Alles rechtens, sagt die Stadt und kündigt sogar verschärfte Kontrollen am Endelner Weg an.

Nein, die Blitzer-Knöllchen vom Endelner Weg werden nicht zurückgenommen. Wer dort in die Radarfalle getappt ist, muss zahlen – und regt sich auf. Nach unserem Bericht über das Schilder-Wirrwarr im Lembecker Gewerbegebiet haben sich mehrere Leser gemeldet, die sich von den unterschiedlichen Tempo-Anordnungen veräppelt fühlen, der Stadt sogar „Abzocke“ vorwerfen.

Sie haben Zweifel an der Rechtskonformität der Schilder, von denen eines auf der linken Straßenseite Tempo 20 verlangte und das andere weniger Meter weiter auf der rechten Seite auf die beginnende Tempo-30-Zone hinwies.

Schilder dürfen ausnahmsweise auch links stehen

„Solche Schilder müssen laut Straßenverkehrsordnung rechts stehen“, behauptet ein Anwohner. Die Stadt berief sich am 26. Januar im Schriftverkehr mit ihrem Bürger dagegen auf eine Ausnahmeregel: „Das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung steht in dieser Straße auf der linken Seite, damit es nicht vom Zone 30 Schild abgedeckt wird. Daran soll auch nichts geändert werden, da die 30er Zone an sich bestehen bleibt.“

Das wurde am Dienstag von der Pressestelle noch einmal bestätigt: „Hier war es zunächst so, dass kurz nach der Einfahrt in eine großräumig geltende Tempo-30-Zone (Schild rechts) die auf eine kurze Strecke begrenzte Einzelanordnung 20 km/h erfolgte (Schild links). Rechtlich ist das vollkommen in Ordnung. Es gibt vergleichbare Situationen im Stadtgebiet. Dennoch hat die Beschilderung zu Nachfragen von Bürgerinnen und Bürgern geführt. Die Stadt Dorsten hat darum den Beginn der Tempo 30-Zone an das Ende der 20 km/h-Anordnung verlegt.“

Straßenbauarbeiten belasten den Wirtschaftsweg

Als die Dorstener Zeitung dazu Ende Januar angefragt habe, sei die Änderung bereits umgesetzt gewesen. Dem DZ-Fotografen war es im zeitlichen Rahmen der Presseanfrage am 28. Januar vor Ort am gleichen Tag dennoch gelungen, das 20er-Schild links und Tempo-30-Zonen-Schild rechts zu fotografieren. Erst danach wurde das Tempo-30-Zonen-Schild verhüllt und ein zusätzliches 20er-Schild rechts aufgestellt.

Tempolimit Endelner Weg Lembeck
Dieses Foto schoss unser Fotograf am 28. Januar. Einen Tag später, so berichten Anwohner, sei das 30er-Schild verhüllt worden. © Guido Bludau © Guido Bludau

Die Tempo-20-Regel gilt schon seit Dezember, weil laut Stadt der Endelner Weg in diesem Bereich lediglich als Wirtschaftsweg ausgebaut und nicht dafür ausgelegt ist, insbesondere Schwerlastverkehr in so großer Menge aufzunehmen (nach aktueller Zählung etwa 250 Schwerlastfahrzeuge werktags), wie die belastenden Straßenbauarbeiten es derzeit erfordern.

Stadt appelliert an alle Verkehrsteilnehmer: Regeln beachten!

Von der Rhader Straße (Anbindung an die A 31) kommend sei die Zufahrt über die Straße „Zur Reithalle“ ins Gewerbegebiet zwar möglich. Ab dem querenden Endelner Weg allerdings sei die Straße Zur Reithalle derzeit aufgrund von Bauarbeiten voll gesperrt. Der Endelner Weg müsse darum den gesamten aus Richtung Norden kommenden Verkehr zu den Betrieben des Gewerbegebietes aufnehmen.

In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Zudem kam es hier zu gefährlichen Begegnungen zwischen Lastwagen und schwächeren Verkehrsteilnehmern sowie zur Nichtbeachtung der Rechts-vor-Links-Regelung an der Einmündung Wittestraße. Die Ausfahrt aus der Wittestraße auf den Endelner Weg wurde deshalb gesperrt und der kritische Abschnitt des Endelner Weges für Fußgänger, Radfahrer und Motorräder gesperrt. In Richtung Dorfmitte ist die Alternativ-Strecke über Rhader- und Wulfener Straße nicht länger, besser ausgebaut und sicherer.“

Weil diese Regeln nicht von allen eingehalten werden, will die Stadt in Abstimmung mit dem Bezirksdienst der Polizei bis auf weiteres verschärft den Verkehr überwachen. Zudem appelliert die Stadt Dorsten eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, an die ansässigen Firmen, ihre Mitarbeiter, Kunden und Anlieferer sowie Anwohner, das grundsätzliche Gebot der Straßenverkehrsordnung zu ständiger Vorsicht und Rücksichtnahme zu beachten.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
Zur Autorenseite
Petra Berkenbusch