Der Radweg entlang der Schlossallee zwischen Lembeck und Wulfen soll ausgebaut werden. © Michael Klein
Radwege-Ausbau

„Trampelpfad“ an Landesstraße in Dorsten wird zum Radweg ausgebaut

Eine wichtige Radwegeanbindung im Norden von Dorsten soll auf Wunsch von vielen Bürgern endlich verbessert werden. Die ersten Vorarbeiten entlang einer Landesstraße haben jetzt begonnen.

Ein kleiner Bagger zieht seine Bahn auf dem Seitenweg der Schlossallee. Arbeiter untersuchen das Wurzelwerk im Boden und schließen die Löcher anschließend wieder. Sieht alles sehr unspektakulär aus, ist aber Beginn eines geplanten Radwege-Ausbaus, auf den viele Bürger im Norden von Dorsten und auch Radtouristen warten.

Bei den Diskussionen für das Dorfentwicklungskonzept für Lembeck wurden von zahlreichen Bürgern eine bessere Anbindung Lembecks nach Wulfen für Radfahrer gewünscht. „Der vorhandene Weg entlang der Wulfener Straße (L 608) kann maximal als ein etablierter Trampelpfad bezeichnet werden“, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung.

Teil der 100-Schlösser-Route

Dieser Weg ist gut zwei Kilometer lang, ist sowohl Bestandteil der 100-Schlösser-Route als auch des neuen Knotenpunktsystems in der Region. Er führt zwischen der Ecke Wulfener Straße/Ortsumgehung am Ortsausgang von Lembeck entlang der Landesstraße, bevor er dann über das Kottendorfer Feld entlang des Wulfener Friedhofs zur B 58 in Wulfen führt.

„Überlegungen zu einem Ausbau zu einem Fuß- und Radweg gibt es bei der Stadt Dorsten bereits seit einigen Jahren“, so Pressesprecher Ludger Böhne. Den Stein ins Rollen brachte aber vor allem der Lembecker Ingenieur Egon Cosanne, der vor vor fast zwei Jahren den damaligen NRW-Verkehrsminister und jetzigen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) angeschrieben hatte und darin um eine vernünftige Befestigung der Strecke bat.

Nach behördlichen Umwege landete das Schreiben von Cosanne beim Landesbetrieb Straßen NRW. Nachdem diese Straßenbaubehörde als zuständiger Baulastträger für die L 608 grünes Licht für den Ausbau gegeben hatte, haben jetzt die Voruntersuchungen begonnen.

Mitglieder der Lembecker Interessengemeinschaft haben in der vergangenen Jahren immer wieder Fuß- und Radweg entlang der Schlossallee in Stand gesetzt. Auf dem Archivfoto sind von links Josef Elvermann, Friedrich Cosanne und Egon Cosanne zu sehen.
Mitglieder der Lembecker Interessengemeinschaft haben in der vergangenen Jahren immer wieder Fuß- und Radweg entlang der Schlossallee in Stand gesetzt. Auf dem Archivfoto sind von links Josef Elvermann, Friedrich Cosanne und Egon Cosanne zu sehen. © Privat © Privat

Auf Anweisung der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Recklinghausen muss zunächst ein Baumsachverständiger den Wurzelverlauf der vorhandenen Eichen überprüfen. Mit den hierfür erforderlichen Schürfungen hat die Stadt Dorsten das Unternehmen beauftragt, das derzeit dort tätig ist. „Dabei kann es zu kleinteiligen Sperrungen des vorhandenen Weges kommen“, so Ludger Böhne.

Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse kann danach die Detailplanung beginnen: Wie hoch muss der Weg angelegt werden, um nicht die vorhandenen Eichen zu schädigen? Eventuell werden auch Schutzmaßnahmen zu ergreifen sein, wie beispielsweise sogenannte Wurzelbrücken. Die Stadt rechnet mit der letztendlichen Fertigstellung des Fuß- und Radweges im Jahr 2023.

In der Verwaltung firmiert der geplante Radweg unter dem Namen „Bürgerradweg“. Denn vor rund 30 Jahren war er gemeinsam von dem damaligen Vorsitzenden der Lembecker Interessengemeinschaft (LIG), Josef Elvermann, und dem Grundstücksbesitzer Ferdinand Graf von Merveldt initiiert und mithilfe der LIG-Mitglieder ausgebaut worden.

Zwei Meter breit ist er. „Da die Radfahrer aber immer nur in der Mitte fahren, wächst er an den Rändern immer wieder zu“, erläutert Friedrich Cosanne, der jahrelang im LIG-Team bei der Pflege tatkräftig mit angepackt hat.

Alle Jahre wieder hatten die Mitglieder der LIG den Weg entlang der Schlossallee eigenhändig und mithilfe von Maschinen instand gesetzt. Die Stadt steuerte eine Fuhre Split hinzu.

Zum Teil tiefer gelegt

Derzeit ist der Radweg zum Teil tiefergelegt, was vor allem beim Übergang der Landstraße nahe der Zufahrt zum Dorfkern Lembeck nicht gerade komfortabel ist. „Ich hoffe, dass diese Berg- und Talfahrt nach den Ausbauarbeiten ein Ende hat“, sagt Friedrich Cosanne. Wie der Weg aber letztendlich aussieht, wie teuer die Arbeiten sein werden, das ist aber derzeit noch nicht klar.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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