1000 Ideen für eine 1000-jährige Geschichte Nordkirchens

Gemeindejubiläum

1000 Jahre Nordkirchen ist eine unfassbar lange Zeit. Es ist auch ein stolzes Jubiläum. Aber 1000 Jahre stellen die Gemeinde vor ein Problem.

Nordkirchen, Südkirchen, Capelle

, 11.04.2019, 06:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
1000 Ideen für eine 1000-jährige Geschichte Nordkirchens

Die Geschichte Nordkirchens ist eng mit der Geschichte des Schlosses verwoben.. © Antje Pflips

Die erste historisch nachweisbare Nennung Nordkirchens datiert nach Auskunft der Gemeindeverwaltung auf das Jahr 1022 - und zwar in einer Urkunde aus dem Bistum Münster. Zu der Zeit war Siegfried von Walbeck der Bischof von Münster. In den folgenden Jahrzehnten hat sich die Gemeinde natürlich weiterentwickelt. Und musste dann vor rund 300 Jahren doch fast wieder ganz neu anfangen. St.-Mauritius-Kirche und damit der Ort wurden vom Schlossgelände an den heutigen Standort verlegt. Diese Verlegung könnte ein Thema beim Jubiläum sein. Aber es gibt sicher auch viele andere.

Beim Jubiläum soll mögichst „alle mitziehen“

„Geplant ist ein Jubiläumsjahr für alle“, sagt Maike Teetz, Tourismusmanagerin der Gemeinde Nordkirchen. „Denkbar sind Konzerte, Thementage und spezielle Aktionen mit historischen Akzenten, aber auch die Anbindung von Veranstaltungen aus dem laufenden Veranstaltungskalender an das Jubiläumsjahr.“ Allerdings sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann: „Das klappt nur, wenn alle mitziehen: Schulen, Kindergärten, Vereine, Kulturschaffende, Unternehmen und gerne auch Privatpersonen. In einem ersten Schritt möchten wir darum das Interesse und die Bereitschaft der Bevölkerung zur aktiven Mitarbeit im Jubiläumsjahr abfragen und erste Ideen sammeln.“

Ideenwerkstatt und öffentliche Infoveranstaltung

Für Mittwoch, 8. Mai lädt die Gemende alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer ersten öffentlichen Infoveranstaltung ein, die zugleich Ideenwerkstatt sein soll. Ab 19 Uhr können die Bürger im Bürgerhaus (Am Gorbach 2) sagen, welche Ideen sie schon jetzt für das Jubiläum in drei Jahren haben, welche Aktionen und Veranstaltungen sie sich vorstellen können. Die Moderation übernimmt Sofie Eichner vom Quartiersbüro MiNo.

1000 Ideen für eine 1000-jährige Geschichte Nordkirchens

Der Stein am „Dreiländereck“ am Rastplatz im Gorfeld symbolisiert die Zusammengehörigkeit der drei Ortsteile Nordkirchen, Südkirchen und Capelle. © Gemeinde

Aktuell steckt die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Heimatverein die Rahmenbedingungen für das Jubiläum ab. Ansätze für ein spannendes Jubiläumsjahr gibt es mehr als genug. Nordkirchen ist schließlich viel mehr als ein weit über die Region bekanntes Schloss. Während die Gründung der hier residierenden Fachhochschule für Finanzen ebenso genau terminiert (1958) werden kann wie die Eingemeindungen von Capelle und Südkirchen im Zuge der Gemeindereform (1975) werden kann, sind die Erkenntnisse aus der Frühzeit sehr lückenhaft.

Hiesige Gegend wurde als „Itheri“ bezeichnet

Allerdings schreibt in ihrem 2009 herausgegebenen Buch die Historikerin Sabine Alfing, das es ursprünglich keine Unterscheidung nach den drei späteren Ortsnamen gab. Vielmehr wurde die „hiesige Gegend als Itheri bezeichnet“. Das Buch verweist aber auch auf eine „bedeutende Urkunde der Edlen Reinmodis, erlassen unter dem münsterischen Bischof Siegfried zwischen 1022 und 1032“. Darin geht es um eine beabsichtigte Kirchengründung in Capelle. Dabei ist schon die Rede von Nordkirchen und Südkirchen als eigenständige Pfarrgründungen. Keine Frage also: 1000 Jahre Nordkirchen können 1000 Ansätze für ein Jubiläum bieten.

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