25 Personen bringen Bürgerinitiative auf den Weg

Venneker-Ansiedlung in Nordkirchen

25 Menschen haben sich am Mittwochabend in der Gaststätte Domhof getroffen, um ihre Sorgen gegen eine Umsiedlung der Venneker-Viehhandlung von Südkirchen nach Nordkirchen auszutauschen. Dabei stand das Thema der Gründung einer Bürgerinitiative im Vordergrund. So verlief der Abend.

NORDKIRCHEN

, 26.11.2014, 21:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Iris Lichte, die rund 700 Meter Luftlinie entfernt wohnt von der Brachfläche, auf der Venneker seine Firma ansiedeln möchte, hatte eingeladen. 25 Menschen folgten diesem Aufruf und diskutierten, was gegen eine Ansiedlung spricht und wie man den Protest dagegen nun weiterführen kann. 5 bis 100 Personen, hatte Lichte vorab gesagt, das sei ihr nicht klar. Es kamen 25 und 18 trugen sich ein als interessiert, Mitglied einer Bürgerinitiative zu werden. Zunächst ging es um die Bedenken, die gegen einen großen Viehhandel in Wohngebietsnähe vorliegen: Eine Gesundheitsschädigung befürchten viele, die weit über Lärm- und Geruchsbelästigung hinaus gehe. Von multiresistenten Keimen war die Rede: „Das sind fahrende Bakterienschleudern!“, hieß es. Das sei ein Horrorszenario für die Menschen, die in der Nähe wohnen. Was passiert mit den Grundbesitz-Werten? Die Politik mache es sich zu einfach, wenn sie nur auf Gewerbesteuer-Einnahmen und Arbeitsplätze schaue. Es gebe andere Orte, in denen Immobilienpreise neben Massentierhaltungs-Betrieben um 30 Prozent gefallen seien, berichtete einer aus der Runde und machte eine Rechnung auf: Wenn die Immobilienpreise des Besitzes der Bürger im Umfeld des Betriebes um nur fünf Prozent sänken, so entstünde für die Bürger in Summe ein größerer Schaden, als die Kommune durch Gewerbesteuer-Einnahmen generieren könne.  Für die Gründung einer Bürgerinitiative sprachen sich 18 Teilnehmer der Sitzung mit einem Häkchen in der Anwesenheitsliste aus. Sieben Mitglieder bräuchte ein Verein zur Gründung. Nun ist es allerdings nötig, einen Vorstand zu finden: Den braucht es, um eine Bürgerinitiative zu gründen. Dafür ist nun die Findung eines Vorstandes notwendig: Ein Vorsitzender, ein Stellvertreter und drei Beisitzer werden laut Iris Lichte gebraucht. Dessen Aufgaben: Sprachrohr sein, die Vertretung vor Gericht und  außerhalb des Gerichts sein. Dazu soll es nun eine weitere Sitzung geben: Die ist für kommende Woche Dienstag, 2. Dezember, geplant.

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Strategie- und Namensdiskussion Weitere Diskussionen des Abends betrafen die Suche nach einem Namen und die Strategie, das weitere Vorgehen: Was sind die Argumente, die man vorbringen will? Geht es um ein bloßes Dagegen oder um eher ein Für, ein Ja zur Natur und zum Umweltschutz? Wie kann die Gruppe am Mittwoch, 3. Dezember, auf der nächsten Bürgerversammlung stärker auftreten als beim letzten Mal?  Nun sollen auch Experten gesucht werden: Wer kennt einen Chemiker, der sich mit den Hintergründen des Gutachtens auseinandersetzen könnte? Wer könnte die BI juristisch beraten? Wer könnte emissionsschutzrechtliche Einordnungen geben? Wer kann in Sachen Vereinsrecht Rechtsberatung erteilen – ohne, dass gleich Kosten dafür entstehen? Es geht dabei um einfache Fragen: Wann geht das Thema so weit, dass man einschreiten muss? Wann muss man Einwendungen gegen das Gutachten erheben? Das politische Signal Das politische Signal sei entscheidend: Der Bürgermeister müsse sehen, dass es weiter Bedenken gebe, die sich in der Gemeinde formierten. Dass er mit Aussagen wie „Wir sind transparent“ und des Begrüßens der Gründung einer Bürgerinitiative nicht mehr weiter kommt, sondern auf Bürger trifft, die wirklich Bedenken haben.  Die Gemeinde müsse erkennen, dass die Gegenargumente drückend sind und der Widerstand groß ist. „Ohne Polemik, ohne Spitzen, ohne Hass“, so ein Teilnehmer der Runde.  Am Mittwoch, 3. Dezember, will sich die Gruppe etwas vor Beginn der Veranstaltung treffen, um sich dann im Forum der Gesamtschule zusammen zu setzen. Nicht zwischen die Masse der Befürworter, die ihnen beim letzten Mal zum Teil aggressiv und bedrohlich vorgekommen waren. 

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