Abriss von Haus Westermann in Nordkirchen kann noch dauern

Haus Westermann

Eigentlich sollten schon in den Sommerferien die Abrissarbeiten am ehemaligen Haus Westermann in Nordkirchen stattfinden. Doch aktuell passiert noch nichts.

Nordkirchen

, 08.08.2018, 18:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Abriss von Haus Westermann in Nordkirchen kann noch dauern

Nach dem Abriss soll auf dem Gelände des ehemaligen Haus Westermann ein Wohnkomplex mit barrierefreien Wohnungen entstehen. Bis das Gebäude abgerissen wird, kann es aber noch ein paar Wochen dauern.

Der Stillstand kann noch ein Weilchen so bleiben. „Ich gehe davon aus, dass in den nächsten sechs bis acht Wochen dort auch nichts passiert“, sagt Josef Klaas, Bauamtsleiter der Gemeinde Nordkirchen. Der Investor warte noch darauf, dass ein Antrag auf Wohnbaufördermittel genehmigt werde. Bevor die Finanzierung nicht in trockenen Tüchern sei, passiere auch nichts.

Barrierefreies Wohnprojekt

Das bestätigt Thomas Buhl, Architekt und Investor auf Anfrage unserer Redaktion. Er sagt allerdings „Wir sind auf einem guten Weg“ mit der Genehmigung der Förderung. Bei einem Gespräch mit der Wohnungsbauförderung Anfang der Woche habe diese positive Signale gegeben. Sobald es dann grünes Licht gebe, könne der Abriss aber erfolgen. Eine Baugenehmigung hatte die Gemeinde Nordkirchen schon vor Monaten ausgestellt.

Auf dem Gelände soll auf einer Gesamtfläche von insgesamt 800 Quadratmeter ein barrierefreies Wohnprojekt entstehen. Die Gesamtinvestitionssumme liegt bei etwa 3,5 Millionen Euro wie Thomas Buhl sagt. Die Caritas, die als Hauptmieter bereits unterzeichnet hat, wird im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss ambulant betreute Wohngruppen einrichten.

Pflegebüro entsteht

„Gemeinsam mit der Caritas haben wir entschieden, dass es im Gebäude auch ein extra Pflegebüro geben wird, das Anlaufstelle für die pflegerische Versorgung in Nordkirchen werden soll“, so Buhl.

Buhl, der als Architekt auf barrierefreies Wohnen spezialisiert ist, sagt, dass das Projekt in Nordkirchen ein besonderes ist: „Wir haben es hinbekommen, ganz viele verschiedene Belange abzudecken“, so Buhl. So seien die Grenzen teilweise fließend. So könne, ein pflegebedürftiger Mann aus Nordkirchen in eine von der Caritas betreuten Wohnung ziehen, während seine Frau zu Hause bleibt und ihn dann regelmäßig besuchen kann, oder auch sie könne in eine barrierefreie Wohnung ziehen. Auch junge Menschen, die eine barrierefreie Wohnung benötigten, könnten dort fündig werden.

Motto: Nicht abschotten

Hinzu komme der gewollte Kontakt zu allen anderen Bürgern Nordkirchens: „Was gewollt ist, ist die Durchmischung und Vernetzung mit der ganz normalen Welt“, macht Buhl klar. Deshalb sei der Garten zum Beispiel in Bereiche eingeteilt, in denen man durch Zaun oder ähnliches abgegrenzt sei und seine Privatsphäre habe, gleichzeitig seien aber auch offene Flächen vorgesehen, bei denen die Bewohner ins Gespräch mit ihren Nachbarn kommen können. Nicht abschotten sei das Motto, sondern in Kontakt zu treten, wie Investor Buhl deutlich macht. Dafür spreche auch, dass die Mobilitätszentrale der Gemeinde Nordkirchen an den äußeren Gartenbereich angeschlossen werden soll. „So entsteht zwangsläufig Kontakt“, sagt Buhl, „und das ist ganz gut für einen Ort mitten im Herzen von Nordkirchen.“

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