Die Bauarbeiten für die Mobilstationen sorgen nicht bei jedem für Begeisterung. © Gemeinde/Karim Laouari
Mobilstationen

Altes Wartehäuschen abgerissen: Capeller Bürger sind verärgert

Die Bauarbeiten für die neuen Mobilstationen sind in vollem Gange. Doch in Capelle sind Anwohner verstimmt und fühlen sich übergangen: Ein selbstgebautes Wartehäuschen wurde abgerissen,

Vier Mobilstationen errichtet die Gemeinde Nordkirchen gerade in den drei Ortsteilen. Einer der Standorte für die neuen Wartehäuschen mit einem vielfältigen Portfolio von Lastenfahrrädern über Sharing-Angebote für Autos, Fahrräder und E-Scooter bis zu freiem W-Lan befindet sich an der Bahnhofstraße in Capelle.

Hier stand allerdings bereits lange vor allen Planungen für eine Mobilstation ein Wartehäuschen. Dieses kleine Gebäude haben Anwohner vor vielen Jahren in mühevoller Eigenarbeit errichtet und aus eigener Tasche finanziert. Im Zuge der Errichtung der Mobilstation wurde dieses Häuschen in der Nähe des Edeka-Markts allerdings entfernt. Einige Anwohner waren daraufhin überrascht und fühlten sich übergangen.

An der Bahnhofstraße wird jetzt eine Mobilstation errichtet.
An der Bahnhofstraße wird jetzt eine Mobilstation errichtet. © Bastian Becker © Bastian Becker

Anwohner wünschen sich Rücksprache mit der Gemeinde

Eva Möllenkamp, Vorstandsmitglied der KFD Capelle, meint dazu stellvertretend für einige andere: „Ohne vorherige Ankündigung, wurde das Gebäude einfach abgerissen und entsorgt, um es durch eine moderne Station zu ersetzen. Wie müssen sich die Erbauer des alten Wartehäuschens wohl dabei fühlen?“ Diese seien wütend, enttäuscht und traurig. Mit Blick auf das Verhalten der Gemeinde Nordkirchen fügt sie an: „Ich glaube, es ist höchste Zeit für eine Entschuldigung. Zukünftig sollte vor Beginn einer solchen bautechnischen Maßnahme im Ort Rücksprache mit den entsprechenden Personen gehalten werden.“

Der Gemeinde Nordkirchen ist der Unmut einiger Capeller Bürger nicht entgangen. Karim Laouari, Pressesprecher der Gemeinde, gibt auf Nachfrage der Redaktion zu: „Rückblickend muss man sagen, dass man das offensiver kommunizieren und damit die Leute darüber hätte informieren müssen.“

Planungen waren öffentlich zugänglich

Grundsätzlich seien die Planungen bezüglich der Mobilstationen aber kein Geheimnis, sondern stets öffentlich zugänglich gewesen. Insgesamt sei seit etwa zwei Jahren bekannt, dass die Gemeinde Mobilstationen errichten wollte. Zudem habe man bereits Ende 2019 die Bürger im Rahmen einer Haushaltsbefragung bei der Frage, wie die Mobilstationen ausgestattet werden sollen, eingebunden.

Die Ausschreibung für das Projekt war zweigeteilt: Während die Gemeinde den Auftrag für den Bau der Stationen bereits im Januar 2021 erteilt hatte, passierte das beim Tiefbau erst im Juni.

Die Planungen für die Arbeiten an der Bahnhofstraße hingen danach nach Angaben der Gemeinde öffentlich im Rathaus aus. „Die Mobilstation ist deutlich größer als das Wartehäuschen, es war klar, dass dieses nicht stehen bleibt“, verdeutlicht Gemeindesprecher Laouari. Der Baubeginn erfolgte Anfang September. Daraufhin sei schnell klar geworden, dass die Maßnahme einen Nerv in Capelle getroffen hat. Es habe bereits ein aktuelles Gespräch der Gemeinde mit Bürgern gegeben, das aus Sicht der Gemeinde zufriedenstellend verlief.

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Bastian Becker