An diesen Stellen sehen Radfahrer in Nordkirchen Verbesserungsbedarf im Radwegenetz

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Der Kreis Coesfeld will Radfahren attraktiver machen. Dafür soll das Radwegenetz in den nächsten Jahren ausgebaut und verbessert werden. In Nordkirchen könnte eine große Hürde verschwinden.

Nordkirchen

, 04.04.2019, 19:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Kreis Coesfeld will sein Radwegenetz ausbauen und verbessern. Seit Februar läuft deshalb auf der Seite fahrrad-coesfeld.de eine Online-Umfrage, an der sich jeder beteiligen kann. Auf der digitalen Karte des Kreises können dabei Punkte oder Strecken markiert werden, bei denen Kreis-Bewohner Verbesserungsbedarf sehen. Der Kreis Coesfeld sammelt die Vorschläge und hat damit durchaus große Pläne.

Auch in Nordkirchen könnte sich einiges verbessern, unter anderem eine Hürde auf der Verbindungsstrecke nach Selm. Denn wer mit dem Fahrrad in die Nachbarstadt will, geht entweder das Risiko ein, entlang der Kreisstraße 2 zu radeln, oder nimmt einen Umweg über die Bauerschaften und die Südkirchener Straße.

Idealfall: Raus aus dem Auto und rauf auf das Rad

Im besten Fall wolle der Kreis mehr Menschen dazu bewegen, das Auto stehen zu lassen und lieber das Fahrrad zu nutzen, sagt Mathias Raabe, Radverkehrs- und Mobilitätsbeauftragter des Kreises Coesfeld auf Anfrage dieser Redaktion. „Das wäre natürlich der Idealfall“, macht Raabe deutlich.

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Davor sind allerdings noch einige Schritte nötig. Einen ersten hat der Kreis bereits am 8. Februar mit einem Workshop gemacht, an dem die kreisangehörigen Kommunen, ADFC-Ortsverbände der Landesbetrieb Straßen NRW und auch Städte aus Nachbarkreisen, wie zum Beispiel Selm, beteiligt waren.

Fokus liegt auf den Strecken zwischen den Orten

Der Fokus für das neue Radwegekonzept soll dabei auf den ortsverbindenden Radwegen liegen, sagt Mathias Raabe. Und genau da liegen aus Sicht der Gemeinde Nordkirchen auch die aktuell größten Schwächen des Radwegenetzes, wie Bauamtsleiter Josef Klaas im Gespräch mit dieser Redaktion erklärt. So habe die Gemeinde ebenfalls eine Stellungnahme zu den Plänen des Kreises abgegeben.

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„Unser größter Wunsch ist ein durchgehendes Radnetz an allen Kreis- und Landesstraßen“, macht Klaas deutlich. Als Beispiel nennt Klaas dabei die Kreisstraße 2 zwischen Nordkirchen und Selm. Aus Sicht der Gemeindeverwaltung würden diese Strecke viele Berufs- und Schulpendler nutzen. Dass die Gemeinde für diesen direkten Weg zwischen Nordkirchen und Selm einen durchgehenden Radweg fordert, sei nicht neu, so Klaas.

Laut Statistischem Landesamt IT.NRW pendelten im Jahr 2017 täglich 249 Nordkirchener zur Arbeit nach Selm, umgekehrt fuhren täglich 414 Selmer täglich nach Nordkirchen.

Zur Schule und zur Arbeit mit dem Fahrrad

Die Gemeindeverwaltung sieht bei der K2 eine gute Möglichkeit, um den täglichen Arbeits- oder Schulweg auf dem Fahrrad zu erleichtern und einige Nordkirchener dazu zu bewegen, das Auto stehen zu lassen und sich stattdessen aufs Rad zu schwingen.

An diesen Stellen sehen Radfahrer in Nordkirchen Verbesserungsbedarf im Radwegenetz

Der Radweg zwischen Südkirchen und Cappenberg endet an der Kreisgrenze. © Theo Wolters

Die Liste der Vorschläge aus dem Nordkirchener Rathaus für das Radwegekonzept ist aber noch länger. Ein Überblick über noch fehlende Radwege oder Abschnitte:

  • L 810 Südkirchen Richtung Cappenberg
  • K 2 Nordkirchen Richtung Ottmarsbocholt
  • K 3 Nordkirchen - Alte Ascheberger Straße - Richtung Ascheberg
  • K 6 Südkirchen Richtung Capelle
  • K 8 Südkirchen Richtung Werne
  • K 15 Capelle Richtung Werne
  • K 15 Capelle Richtung Ascheberg

An diesen Stellen sehen Radfahrer in Nordkirchen Verbesserungsbedarf im Radwegenetz

Neben der Umgehungsstraße bis zur Mühle Rath gibt es bereits einen Fahrradweg. Die Gemeinde wünscht sich eine Fortsetzung des Radwegs entlang der Kreisstraße 2 bis nach Selm. © Foto: Marie Rademacher (Archiv)

Die interaktive Karte des Kreises Coesfeld offenbart aber auch auf Gemeindegebiet einige Schwächen, die Radfahrer in Nordkirchen sehen: Darunter sind zum Beispiel der Wunsch nach einem sichereren Übergang über die Schloßstraße in den Schlosspark, mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an der Schloßstraße oder eine Ausbesserung der Strecke zwischen Capelle und Capelle Bahnhof (L671).

Ergebnisse werden an die Kommunen weitergeleitet

Mathias Raabe erklärt, obwohl der Kreis vor allem einen Blick auf die Verbindungsstraßen zwischen den Kommunen im Blick habe, die Auswertungsergebnisse für die einzelnen Orte aber ebenfalls wichtig seien und den Kommunen zur Verfügung gestellt würden. Josef Klaas sagt, dass die Gemeinde die Vorschläge und Hinweise auf der Karte prüfen werde.

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Noch bis zum 7. April können über die interaktive Karte Vorschläge eingetragen werden. Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet. Beteiligt sind an dem Projekt unter anderem die Planersocietät aus Dortmund, das Planungsbüro Via aus Köln und das Forschungszentrum Jülich.

Ergebnisse gehen erst in die politischen Gremien

In der nächsten Sitzung des Kreis-Bauausschusses soll ein Zwischenstand des Konzeptes vorgestellt werden, kündigt Mathias Raabe an. Eine Beschlussfassung für den Rat wird voraussichtlich im Dezember fertig sein, schätzt Raabe. Das Konzept könnte dann im Laufe der kommenden Jahre umgesetzt werden. Wie viel Geld der Kreis dafür bereitstellen wird, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.

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