Anwohner stellen sich gegen Venneker-Neubau

Protest

Die Anwohner aus dem Dörfer Kamp und dem Großen Feld machen sich Sorgen um ihre Lebensqualität: Sie befürchten Einbußen, wenn sich die Firma Venneker wenige hundert Meter vor ihrer Haustür neu ansiedelt. Im Bauausschuss am Donnerstag machten einige Anwohner ihrem Unmut Luft.

NORDKIRCHEN

05.04.2014, 05:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anwohner stellen sich gegen Venneker-Neubau

Der Viehhandel Venneker ist in Südkirchen in den letzten Jahren immer größer geworden. Ein Teil des Betriebs soll daher in Nordkirchen angesiedelt werden.

„Wir wissen nicht, was dort vor Ort passieren soll“, sagte ein Anwohner. Mehrere Anwohner verfolgten die Sitzung, wollten Klarheit, was am Standort südlich der Kläranlage geplant sei. „Wir stehen erst am Anfang des Verfahrens“, betonte Bürgermeister Dietmar Bergmann. Gutachten müssten erst in Auftrag gegeben werden, um sagen zu können, mir wie viel Lärm und Geruch durch den neuen Betrieb zu rechnen sei, sagt Bergmann.

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Bauamtsleiter Josef Klaas erläuterte den Bürgern zudem, warum nur dieser Standort nördlich der Ermener Straße in Frage komme: Am bisherigen Standort und einem alternativen in Südkirchen seien die Erweiterungen nicht durchsetzbar. Die Firma Venneker plane laut Josef Klaas zu expandieren. Die Zahl der Angestellten soll von aktuell 150 auf 300 im Jahr 2023 steigen. „Dafür braucht die Firma Venneker Platz“, so Klaas. „In Nordkirchen würden Hallen für die Logistik sowie die Verwaltung entstehen“, zeigte Klaas die Planungen der Firma Venneker auf. Die Zucht beziehungsweise Mast von Schweinen würde am Standort in Südkirchen verbleiben, in Nordkirchen würden die Tiere nur umgeladen.Bürgerbeteiligung gefordert Die Politik forderte, die Bürger frühzeitig zu beteiligen (CDU). Prinzipiell sei man aber dafür, die Firma in der Gemeinde zu halten. Auch die Grünen - eigentlich gegen Massentierhaltung - halten die nun geplante Variante mit einem Standort an der Kläranlage für die bessere. "Die Aufsplittung in Südkirchen wäre die schlechtere Alternative gewesen", sagte Meinhard Tegeler von den Grünen. Richtig überzeugend wirkten die Argumente aber nicht auf die Anwohner. In einer Sitzungsunterbrechung gaben sie ihre Bedenken kund. „Wer garantiert uns zum Beispiel, dass der Betrieb in 20 Jahren nicht noch größer wird“, fragte eine Anwohnerin. Bedenken, die nicht zerstreut werden konnten.Kein Güllehandel Zumindest eine Sorge konnte Klaas den Anwohnern nehmen. Einen Güllehandel wie noch in Südkirchen geplant soll es am Nordkirchener Standort nicht geben. Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, das Planverfahren zu starten.

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