Fünf Kilometer Hecke: Arbeiten am Barockgarten im Nordkirchener Schlosspark haben begonnen

rnSchloss Nordkirchen

Seit letztem Sommer helfen einige Laufenten bei der Pflege der Buchsbaumhecken am Schloss Nordkirchen. Weil das so gut funktioniert, soll es bald noch mehr tierische Unterstützung geben.

Nordkirchen

, 17.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Auf dem Gelände des Schlosses Nordkirchen herrscht ein reges Treiben. Die Arbeiten am Barockgarten wurden wieder aufgenommen. „Wir schneiden so circa drei Wochen“, erzählt Ludger Hölscher.

Fünf Kilometer Hecke: Arbeiten am Barockgarten im Nordkirchener Schlosspark haben begonnen

© Pascal Albert

Insgesamt 14 Landschaftsgärtner sind für den gesamten Schlosspark, welcher bereits 1734 eröffnet wurde, zuständig. Für die Arbeiten am Barockgarten sind aktuell neben Ludger Hölscher noch vier weitere Arbeiter zuständig.

Seit 30 Jahren für die Gartenpflege zuständig

Das aktuelle Wetter, so sagt er, sei ideal für die Heckenpflege. „Bei bedecktem Wetter ist es besser.“ Als es vor einigen Wochen noch über 30 Grad waren, wären die Buchsbaumhecken womöglich beschädigt worden. Bei heißen Temperaturen „verbrennt der Buchsbaum gerne“, erklärt er.

Fünf Kilometer Hecke: Arbeiten am Barockgarten im Nordkirchener Schlosspark haben begonnen

Etwa fünf Kilometer sind die Hecken des Schlossgartens insgesamt lang. © Thorsten Faust

Für ihn ist die Arbeit an den insgesamt rund fünf Kilometer langen Hecken längst Routine. Bereits seit 30 Jahren ist er für die Grünanlagen am Schloss zuständig. Und mit dem Barockgarten verbindet ihn sogar ein gemeinsames Jubiläum. Auch die Gartenanlage wird 30 Jahre alt. 1989 wurde begonnen, den Garten gartendenkmalpflegerisch wiederherzustellen. In diesem Jahr gibt es also einen „Jubiläumsschnitt“, sagt Ludger Hölscher und lacht.

Möglich gemacht wurde die Rekonstruktion von der Europäischen Gemeinschaft. Die übernahm nämlich einen Teil der erheblichen Kosten, um den Garten wieder so aussehen zu lassen, wie der berühmte Landschaftsarchitekt Achille Duchêne ihn einst geplant hatte.

Keine Auszubildenden mehr

Dass sich auch in den kommenden Jahrzehnten um den Garten gekümmert werden kann, dafür ist bereits gesorgt. Erst vor einigen Wochen fing der 19-jährige Lukas Hölscher im Schlosspark an. Und im kommenden Monat wird ein weiterer junger Landschaftsgärtner dazustoßen.

Fünf Kilometer Hecke: Arbeiten am Barockgarten im Nordkirchener Schlosspark haben begonnen

Carolin Lukas ist eine von fünf Mitarbeitern, die sich um den Barockgarten auf der Schlossanlage kümmern. © Pascal Albert

Ausbildungen können am Schloss Nordkirchen allerdings nicht mehr absolviert werden. „Wir haben mal selber ausgebildet“, erinnert sich Ludger Hölscher. Doch zum Landschaftsgartenbau gehöre auch viel Arbeit mit Steinen. Und die gebe es eben nicht im Schlossgarten, erklärt er.

Laufenten gegen Zünsler-Raupen

Seit dem vergangenen Jahr arbeiten aber nicht nur die Landschaftsgärtner an der Instandhaltung. Auch 15 Laufenten kümmern sich um die Pflege der Pflanzen. Denn die Buchsbaumhecken haben einen gefährlichen Feind, der für die Enten aber ein schmackhaftes Ziel ist: die Zünsler-Raupe. Schon letzten Sommer sorgten die gefräßigen Tiere für Probleme. Nur wenige reichen schon, um einen Buchsbaum deutlich zu schädigen.

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15 Laufenten sorgen auf dem Schlossgelände dafür, dass die Buchsbaumhecken frei von Zünsler-Raupen bleiben. © Pascal Albert

Jeden Tag marschieren die Enten durch den Garten und suchen nach den Zünsler-Raupen. Eine Ente hält währenddessen immer Ausschau nach potenziellen Gefahren. Nach rund einem Jahr zieht Ludger Hölscher ein erstes positives Fazit. „Die sind ganz gut dabei“, sagt er. Allerdings gab es durch die Enten auch eine Veränderung für Hunde.

Meisen sollen angelockt werden

Die sind nämlich seit einiger Zeit auf der Venusinsel des Schlossparks verboten. „Die waren ein bisschen nervig“, gesteht Ludger Hölscher. Denn die Vierbeiner machten immer wieder Jagd auf die Enten.

Fünf Kilometer Hecke: Arbeiten am Barockgarten im Nordkirchener Schlosspark haben begonnen

Drei Wochen dauern die Arbeiten an den Buchsbaumhecken. © Pascal Albert

Zutraulich sind die Enten dennoch. Ein Pfiff von der 28-jährigen Carolin Lukas und die nur teilweise flugfähigen Tiere kommen nach und nach auf sie zugerannt. „Sonst haben wir immer noch etwas Futter dabei“, erzählt sie. Doch auch so fällt es ihr nicht schwer, die Enten anzulocken.

Ein weiterer tierischer Mitarbeiter soll schon in den kommenden Wochen folgen. In Zukunft sollen auf der gesamten Anlage viele Meisen ein Zuhause finden. Die könnten den Landschaftsgärtnern bei der Bekämpfung der lästigen Eichenprozessionsspinner helfen, da sie die Insekten fressen. Generell halte sich das Problem zwar noch in Grenzen, betont Ludger Hölscher, doch Meisen könnten es auf lange Sicht ganz lösen. Um sie anzulocken, sollen in Kürze viele Nistkästen auf dem Gelände verteilt werden.

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