Ausschuss ebnet Weg für Venneker-Umsiedlung

Gemeinde Nordkirchen

Es ist ein Signal mit weitreichendem Charakter: Der Ausschuss für Bauen und Planung der Gemeinde Nordkirchen hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend der Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung eines Bebauungsplans für die Ansiedlung des Viehandelsbetriebs Venneker im Ortsteil Nordkirchen zugestimmt.

NORDKIRCHEN

, 28.08.2015, 09:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ausschuss ebnet Weg für Venneker-Umsiedlung

In diesem Bereich möchte Venneker bauen. Die Bürgerinitative kritisiert den Umsiedlungs-Plan des Viehhandels.

Keine hitzige Diskussion, sondern eine sachliche Darstellung der jeweiligen Meinungen gab es im Ausschuss. Am Ende stand die Entscheidung: Zustimmung bei Vertretern der CDU, SPD, UWG und FDP bei zwei Gegenstimmen von Uta Spräner und Richard Kruse für die Grünen.

Auch sehr emotionale Gespräche

Bürgermeister Dietmar Bergmann sprach zu Beginn der Sitzung davon, dass die Diskussion um die Umsiedlung des Viehandels Venneker von Südkirchen nach Nordkirchen intensiv, überwiegend sachlich, „manchmal aber auch sehr emotional“ geführt worden sei. „Letztendlich handelt es sich bei ganzheitlicher Betrachtung aller Argumente um eine Entscheidung mit Wirkung für die nächsten Jahrzehnte“, so Bergmann.

Die bei der Gemeinde eingegangenen wesentlichen Bedenken und Anregungen der Bürger zu gesundheitlichen Gefährdungen, Verkehrsbelastung, Lärmentwicklung, Geruchs- und Keimbelastung, Trinkwassergefährdung und Lichtbeeinträchtigung seien intensiv abgewogen worden. Alle Bewertungen der Bedenken könnten bei der Gemeinde eingesehen werden. „Es war und ist weiterhin unser Ziel, die Firma Venneker in Nordkirchen zu halten“, betonte der Bürgermeister.

"Keine Alternative"

Zwiegespalten zeigte sich die Gruppe Nordkirchen. Aufgrund unterschiedlicher Meinungen stellte jede Partei ihre Sichtweise einzeln dar. Die SPD-Fraktion sehe „nach intensiver Abwägung keine Alternative“, sagte Gereon Stierl. „Entweder der Betrieb verlässt Nordkirchen oder wir bekommen eine Lösung hin.“

Zur Thematik der Keimbelastung sagte Stierl, dass keine erwiesene Gefährdung bestehe. Deshalb könne das Vorhaben aufgrund dieser Frage nicht gestoppt werden.

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„Wir bewegen uns im gesetzlichen Rahmen und können daher ruhigen Gewissens zustimmen“, sagte Thomas Quante für die CDU. Damit verfolge seine Partei „eine klare Grundhaltung“, unterstrich Leo Geiser. Der CDU-Fraktionsvorsitzende sagte in einer Erklärung: „Die CDU-Fraktion bleibt konsequent bei ihrer grundsätzlichen Befürwortung der Ansiedlung des Betriebes Venneker an der Kläranlage.“ Der Betrieb Venneker biete in der Perspektive mehr als 300 Arbeitsplätze. „Ein sehr bedeutsamer Faktor für die Wirtschaftsfähigkeit unserer Gemeinde“, so Geiser. Das Unternehmen stärke zudem „erheblich“ die Steuerkraft Nordkirchens. Die Einwände der Bürger habe die CDU-Fraktion sorgfältig erörtert, käme aber zu dem Ergebnis, dem Beschlussvorschlag der Verwaltung folgen zu können.

Grüne sehen Bedenken nicht ausgeräumt

Die Gegenposition begründete Uta Spräner für die Grünen ebenfalls mit Konsequenz. „Wir stehen klar gegen die geplante Neuansiedlung.“ Die Bedenken seien durch die Vorlagen der Gemeinde nicht ausgeräumt worden. „Solange wir alles mittragen, wird sich nichts ändern“, sagte Spräner und stellte sich einerseits gegen das Argument, die Rahmenbedingungen für das Vorhaben Venneker würden nicht von lokaler, sondern von höherer Ebene vorgegeben und andererseits gegen eine von ihr als „Massentierhaltung“ bezeichnete Firmenstrategie.

 

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