Bau für integrative Großküche startet noch im Juli

An der Kinderheilstätte

Die Absperrzäune stehen bereits, bald soll der Bau der neuen integrativen Großküche an der Kinderheilstätte starten – und zwar noch im Juli. Das haben die verantwortlichen Planer bei einem Pressegespräch am Dienstag angekündigt. Doch nicht alle Menschen mit Behinderungen werden in der Küche arbeiten können.

Nordkirchen

, 15.07.2015, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bau für integrative Großküche startet noch im Juli

Noch im Juli beginnt der Bau der neuen integrativen Großküche in der Kinderheilstätte. An der Planung beteiligt sind (v.l.) Thomas Pliquett, kaufmännischer Leiter der Kinderheilstätte, Bauunternehmer Wilhelm Wiedau und Architekt Olaf Gernhold.

In der neuen Großküche sollen 30 neue Arbeitsplätze entstehen, zehn davon für Menschen mit Behinderung, erklärte Thomas Pliquett, kaufmännischer Leiter der Kinderheilstätte. „Wir achten darauf, möglichst viele solcher Plätze anbieten zu können“, sagte Pliquett weiter.

Aus den zehn Plätzen sollen mit der Zeit mehr werden, so der Plan. Um den späteren Angestellten mit Behinderung einen reibungslosen Arbeitsablauf zu ermöglichen, wird die Großküche barrierefrei, also unter anderem ohne Stufen und Absätze, gebaut, erklärte der Münsteraner Architekt Olaf Gernhold.

Einige Einschränkungen

Allerdings sei es nicht möglich, eine Barrierefreiheit für alle Behinderungen zu erreichen. „Zum Beispiel sind niedrigere Arbeitshöhen für Rollstuhlfahrer nicht möglich“, sagte Gernhold. „Nicht jeder Mensch mit Behinderung kann überall arbeiten“, fügte Pliquett hinzu.

Im Alltag soll die Arbeit in der Großküche so aussehen: Die Mitarbeiter mit Behinderung werden in ihrem Job von Mitarbeitern ohne Behinderung begleitet. Allerdings funktioniere die Arbeit nach dem Anlernen auch ohne ständige Hilfe, machte Pliquett deutlich.

Gefahrenpotenzial so gering wie möglich halten

Wichtig sei, dass die Arbeitsabläufe optimal funktionieren und das Gefahrenpotenzial gleichzeitig so gering wie möglich bleibt. Auch deshalb entsteht das neue Gebäude am Rand der Kinderheilstätte, damit zum Beispiel Lieferfahrzeuge nicht direkt über das Gelände fahren müssen, sondern von außen zur Küche gelangen.

Das neue Gebäude soll insgesamt 950 Quadratmeter groß werden, aufgeteilt in 800 Quadratmeter für die Großküche und 150 Quadratmeter für eine Mitarbeiterkantine. Wenn die Küche voraussichtlich im April 2016 in Betrieb geht, wird sie nicht nur die Kinderheilstätte mit Essen versorgen, sondern auch die Maximilian-Kolbe-Schule und deren Wohngruppen, die Gesamtschule, die Caritas-Werkstätten, die Kindertageseinrichtungen und das Deutsche Rote Kreuz (DRK).

Große Hygiene-Auflagen

In Zahlen: 1000 bis 1200 Mahlzeiten sollen die Küche ab 2016 verlassen. Aktuell sind es noch 600 Mahlzeiten. Eine Großküche, wie sie bald an der Kinderheilstätte entsteht, müsse hohe Hygiene-Auflagen erfüllen, so Pliquett. Die neue Küche sei deshalb so ausgelegt, dass sie den EU-Anforderungskatalog erfülle und sogar über Mindeststandards hinausgehe.

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