Bauarbeiten für Glasfaseranschlüsse gehen voran

Zwischen Capelle und Südkirchen

Seit ungefähr einer Woche tun sich zwischen Capelle und Südkirchen Löcher auf. Aus manchen ranken orange-gelbe Kabel aus dem Boden. Die Vorarbeiten für den Glasfaseranschluss im Außenbereich sind im vollen Gange - alles wird in Eigenregie erledigt. Dabei ist Vorsicht geboten.

SÜDKIRCHEN/CAPELLE

, 11.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Bauarbeiten für Glasfaseranschlüsse gehen voran

Uwe Blomenkemper (r.) zeigt an, wie tief das Loch werden soll. Die freiwilligen Helfer müssen dabei sehr vorsichtig sein.

Trifft man mit der Schaufel des Baggers ein wichtiges Kabel in der Erde, geht dieses meistens dabei kaputt – und das könnte unter Umständen ziemlich teuer werden. Uwe Blomenkemper und seine Glasfaserkabel-Mitstreiter passen daher besonders gut auf. 

„Wir müssen insgesamt 27 mal eine Straße queren mit den Kabeln. 17 Löcher haben wir schon fertig“, sagt Blomenkemper. Der Südkirchener Bauunternehmer weiß, was zu tun ist, gibt immer wieder neue Anweisungen.

Absprache mit Gemeinde

„Selbstverständlich buddeln wir nicht einfach drauflos“, sagt er, „das ist alles mit der Gemeinde und den zuständigen Behörden abgesprochen.“ Das könnte dann auch ziemlich gefährlich werden – und teuer. „Es gibt einen Bauordner. Der musste zunächst fertiggestellt werden, ehe wir starten konnten“, erklärt Blomenkemper.

Im Ordner sind dann etwa Telefonkabel, Gasleitungen, Abflussrohre eingezeichnet. „Da müssen wir dann aufpassen, dass wir die nicht treffen“, sagt Blomenkemper. Doch selbst mit Hilfe der Pläne ist es gar nicht so einfach, die Kabel zu finden. „Manchmal liegen die Kabel tiefer, als eingezeichnet.

„Der Boden sackt im Laufe der Jahre ab“, erklärt Reinhard Nüse. In diesem Fall ist Handarbeit gefragt. Robert Krampf steigt dazu in den Graben an der Pferdeweide der Reitanlage Zumvenne an der Capeller Straße, schnappt sich einen Spaten und gräbt vorsichtig ein Loch an der Stelle, wo das Kabel vermutet wird.

„Auf ungefähr einen halben Meter genau wissen wir, wo die Kabel liegen“, sagt Nüse. Stelle markiert, der Bagger kann seine Arbeit beginnen. Sind die Vorbereitungen am Straßenrand abgeschlossen, kommt die sogenannte Rakete zum Einsatz. Ein Bohrkopf, der sich, mit Druckluft betrieben, unter der Straße durchfrisst. „Raketieren“, nennt Blomenkemper diesen Vorgang.

Sandige Böden sind ein Problem

Aber hier zeigt sich ein Problem: der Boden ist zu sandig. „Am besten ist mittelschwerer Lehmboden für diese Art von Arbeiten. Hier ist der Boden sehr sandig, da stürzt der Tunnel manchmal ein und wir müssen den Vorgang wiederholen“, sagt Blomenkemper. Wenn alles glatt läuft, schafft das Team aus ungefähr zehn freiwilligen Helfern vier Löcher am Tag. Blomenkemper: „Ich schätze, dass wir in einer Woche fertig sind. Dann können die Kabel angeschlossen werden.“ Das ist dann die Aufgabe einer anderen Firma.

So geht's weiter
In den Startlöchern steht auch das Unternehmen Unitymedia in Südkirchen. Das Unternehmen kündigte jetzt einen Baustart für September an.
Die Ausschreibungen für die Baufirmen sind nach Auskunft des Unternehmens abgeschlossen, die Angebote „befinden sich in der Prüfung“.
Bereits gearbeitet wird aktuell an der Verbindung zwischen Nord- und Südkirchen entlang der Münsterstraße.
Die Gemeinde unterstützt mit einer eigenen Bauaufsicht die Arbeiten, so dass alle Fragen, so Unitymedia, „auf sehr kurzem Weg geklärt werden können.“

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