Das Neubaugebiet „Auf dem Hegekamp“ in Südkirchen ist nahezu vollständig bebaut. Nun ist es Zeit für den nächsten Schritt. Die Anwohner sind dabei mit im Boot.

Südkirchen

, 24.01.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Bebauung entlang der Julius-Schwieters-Straße und der Paula-Wilken-Straße im Wohngebiet „Auf dem Hegekamp“ in Südkirchen ist fast vollständig abgeschlossen. Damit liegen nun laut Gemeindeverwaltung die Voraussetzungen für den endgültigen Straßenendausbau vor. Ansätze dazu seien im Haushaltsentwurf 2020 vorgesehen.

In der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Planung am Dienstag, 21. Januar, herrschte einstimmig Konsens über die Tatsache, dass der Ausbau in den Stiel gestoßen werden müsse und das Ganze aber vorher mit den Anwohnern diskutiert werden solle. Während dieser Veranstaltung mit den Anwohnern sollen dann auch Details besprochen werden zu einem Thema, bei dem es eine kontroverse Diskussion im Ausschuss gab.

Verwaltung empfiehlt Tempo 20 oder 30

Es geht um das Tempo, das Fahrzeuge künftig im Baugebiet fahren dürfen. „In Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt des Kreises Coesfeld ist eine Tempo-30-beziehungsweise Tempo-20-Beschilderung möglich“, lautet der Ansatz der Gemeindeverwaltung zu diesem Thema.

„Das Baugebiet ist erfreulicherweise relativ schnell vollgelaufen“, erklärte Bauamtsleiter Josef Klaas. Die Gefahr durch Baufahrzeuge sei nun relativ gering, so dass nun mit den Anwohnern über den Straßenendausbau diskutiert werden könne. Das soll am 6. Februar in einer Infoveranstaltung passieren.

„Verkehrsberuhigter Bereich“ nicht empfehlenswert

Im Vorfeld dieser Veranstaltung erklärte Klaas in der Ausschusssitzung, dass eine Beschilderung der Straßen als „verkehrsberuhigter Bereich“ nicht vorgesehen sei. Die Straßen hätten solche Streckenlängen, die aus Sicht der Verwaltung eine Ausweisung als Spielstraße nicht empfehlenswert machen. Angesichts der Streckenlängen und der Zahl der Verkehrsteilnehmer halte es die Verwaltung nicht für realistisch einem Kind zu empfehlen, sich auf die Straße zu setzen und zu spielen. Was in einer Spielstraße eigentlich möglich wäre.

CDU: Tempo 30 ist zu schnell

Für die CDU erklärte Thomas Quante: „Wir haben uns in der Fraktion gefragt, warum ausgerechnet in diesem Baugebiet kein verkehrsberuhigter Bereich vorgesehen ist. Gerade weil hier doch die Straßen schnurgerade hochgehen, verleitet das doch mal eher, aufs Gaspedal zu treten. Zumal ja alles bodengleich ist und keine Bordsteine vorgesehen sind, wo auch für kleine Kinder erkennbar ist, dass dort eine Grenze ist.“ Zu Tempo 30 als mögliche erlaubte Höchstgeschwindigkeit sagte Quante: „Wo 30 gilt, wird auch 40, 50 gefahren.“ Die Planung, die nun vorliege habe relativ wenige verkehrsverlangsamende Elemente. Verkehrsberuhigung gebe es also nicht.“ Tempo 30 ist zu viel. Wir hätten uns gewünscht, dass man darüber nachdenkt, Elemente mit reinzusetzen, die das Ganze ein bisschen verlangsamen.“

Auf die Frage von Dirk Appel (CDU), ob grundsätzlich die Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich möglich wäre, sagte Klaas: „Wenn das der Wunsch des Ausschusses ist, würden wir einen entsprechenden Antrag an das Straßenverkehrsamt des Kreises Coesfeld stellen. Und wenn mehr verkehrsberuhigende Elemente ins Gebiet rein müssen, dann werden wir das auch tun.“

SPD: Mit Anwohnern zu sprechen, ist gut

„Wir finden es gut, dass genau das Thema Verkehrsberuhigung mit den Anwohnern besprochen wird“, sagte Gereon Stierl (SPD). Das sei eben Bürgerbeteiligung.

Grüne: Begrünte verkehrsberuhigende Elemente

„Wir bevorzugen verkehrsberuhigende Elemente, gern auch begrünt“, erklärte Uta Spräner (Bündnis 90/Die Grünen). Das Baugebiet „Auf dem Hegekamp“ sei ja nicht sonderlich grün oder naturnah.

Für die Verwaltung versprach Bauamtschef Josef Klaas, die Anregung der verkehrsverlangsamenden Elemente mit aufzunehmen und in der Anliegerversammlung zu diskutieren. Allein schon, weil nicht jeder vor seiner Haustür ein Pflanzbeet oder einem Baum haben möchte, so Klaas.

Das Argument sei dann, dass ja vor der Haustür angehalten und wieder losgefahren werden müsse. Das hielten viele für zu laut. Insofern sei es wichtig, auch über solche Details mit den Anliegern zu sprechen.

Klaas: Anlieger sind es, die zu schnell fahren

Eines machte Josef Klaas aber auch deutlich: Es gehe aber auch um „Nachbar-Ansprache“. Was ist damit gemeint? Klaas: „Wer fährt denn da 50? Das ist nicht der Handelsvertreter, der irgendwas verkaufen will.“ In der Regel seien das Anlieger selber. „Nachbarschaft muss auch solche Gespräche mal zulassen.“

Ausbau der Straßen höhengleich

Der Ausbau der Straßen ist laut Verwaltung so geplant: Der Ausbau der Straßen solle insgesamt höhengleich - also ohne Bordsteine - und in Pflasterbauweise erfolgen. Die Fahr- und Gehflächen werden dabei durch unterschiedliche Farben erkennbar.

An einigen Stellen seien einzelne Parkplätze im öffentlichen Straßenraum vorgesehen sowie auch eine punktuelle Begrünung mit Bäumen, die mittelgroß werden. Das sei auch die Vorgehensweise, die in den vergangenen Jahren in den anderen Baugebieten ausgewählt worden seien, so Klaas. Angesetzt sind die Maßnahmen mit 800.000 Euro.

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