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Baugebiet „Wohr“ in Capelle - so sehen die ersten Pläne aus für das Neubaugebiet

rnNeubaugebiet in Capelle

So hitzig wie um das geplante Baugebiet „Wohr“ in Capelle wurde in jüngster Vergangenheit über kaum ein Projekt in Nordkirchen diskutiert. Jetzt wurde ein erster Entwurfsplan vorgestellt.

Capelle

, 22.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Nordkirchener Verwaltung hat jetzt zum geplanten Baugebiet „Wohr“ einen ersten Vorschlag für einen Bebauungsplan vorgestellt. Drei Hektar ist die Fläche am östlichen Rand des Dorfes groß, der Zugang soll über die Bahnhofstraße erfolgen, wie Bauamtsleiter Josef Klaas in der letzten Bauausschusssitzung erklärte.

Viele Capeller hörten bei der Sitzung genau zu

Dieses Mal hörten nicht nur die Ausschussmitglieder, sondern auch einige Bürger mit, davon der Großteil Capeller. Das Baugebiet ist umstritten. Die Verwaltung hat sich längere Zeit dafür eingesetzt, dass sie für den kleinsten der drei Ortsteile ein neues Baugebiet ausweisen kann. Lange Zeit war dies nicht möglich, weil Capelle an den Vorgaben des Regionalplans, unter anderem der nötigen Zahl von über 2000 Einwohnern, scheiterte.

Kritik an dem Baugebiet kam vor allem von einigen Anwohnern, deren Grundstücke direkt an die Fläche grenzen. Sie argumentieren, dass die Verwaltung lieber eine Nachverdichtung und Folgenutzung älterer Baugebiete in den Fokus nehmen sollte, als ein neues Baugebiet auszuweisen.

Interesse gerade bei jungen Capellern groß

Die Verwaltung hält dagegen, dass gerade viele junge Capeller großes Interesse an Baugrundstücken haben und so im Ort gehalten werden können. Eine mindestens konstante Einwohnerzahl sei sehr wichtig, um die Infrastruktur wie Schule, Kindergarten und Einkaufsmöglichkeiten im Ort zu sichern.

Nachdem es in vergangenen Ausschusssitzungen zu durchaus hitzigen Debatten zu dem Thema kam, blieben die Wortmeldungen bis auf eine Frage eines Anwohners dieses Mal aus.

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Bei den vorgestellten Plänen handelt es sich um einen vorläufigen Entwurf. Auf dessen Grundlage sollen die Fraktionen diskutieren und in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am 2. Juli eine Entscheidung fällen.

Baugebiet „Wohr“ in Capelle - so sehen die ersten Pläne aus für das Neubaugebiet

So sieht der erste Entwurf für den Bebauungsplan "Wohr" in Capelle aus. © Gemeinde Nordkirchen

So sehen die Pläne aus:

38 Grundstücke sind vorgesehen, auf vier davon sollen Mehrfamilienhäuser entstehen. Auf den restlichen Grundstücken sind Einfamilienhäuser oder Doppelhäuser möglich. In direkter Nachbarschaft zu den Mehrfamilienhäusern soll ein Spiel- oder Aufenthaltsplatz angelegt werden. Gleich am Eingang des Baugebietes hat die Verwaltung ein Regenrückhaltebecken im Plan vorgesehen. „Das hätte den Vorteil, dass das erste Haus etwa 30 Meter von der Straße entfernt liegt und ein aktiver Schallschutz eventuell nicht nötig wäre“, erklärte Josef Klaas in der Sitzung.

Ebenfalls Teil des Plans sind die Gestaltungsvorgaben. Die Dachform ist nicht festgesetzt, „geneigte Dachformen sind mit rot- bis dunkelbraunen oder anthrazitfarbenen Dachpfannen einzudecken“, heißt es in dem Entwurfsplan.

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Zur Gestaltung der Fassaden schlägt die Verwaltung folgende Vorgaben vor: „Die Außenwandflächen sind mit rot- bis dunkelbraunem Klinker, mit rot- bis dunkelbraunem oder weiß-grauem Putz oder aus Holz (dunkel lasiert, naturbelassen oder weiß / grau gestrichen) – auch in Kombination – auszuführen.“

Erstmals hat sich die Verwaltung auch dem Thema Steingärten angenommen.

Vorgartenflächen seien unversiegelt, bodendeckend zu begrünen, so der Vorschlag. Hauszugänge und Garagenzufahrten sind ausgenommen.

Verwaltung will dem „Versteinerungsproblem“ entgegenwirken

Klaas konkretisiert im Ausschuss: „Maximal 50 Prozent der Vorgartenflächen dürfen versiegelt sein.“ Der Vorschlag soll dem „Versteinerungsproblem“, wie Klaas es bezeichnete, entgegenwirken. In den Fraktionen wurde der Vorschlag positiv aufgenommen.

Voraussichtlich für Juli ist eine Bürgerinformationsveranstaltung vor Ort in Capelle geplant. Auf Anfrage erklärt Klaas, dass ein genaues Datum noch nicht feststeht. Die Verwaltung will erst die nächste Sitzung des Bauausschusses und die Stellungnahmen der Fraktionen abwarten .

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