Ein besonderes Geschenk zum Jubiläum: Die Nordkirchener Kanoniere werden 40 Jahre alt

rnKanonierzug

1979 wurde der Kanonierzug gegründet. Elf Männer werkelten damals an dem Kanonenwagen. Nach 40 Jahren wurde es nun Zeit für neue Räder und die wurden auf eine ganz besondere Art hergestellt.

Nordkirchen

, 01.08.2019, 09:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ist ein Geburtstagsgeschenk für Veronika“, sagt Harald Kühn von den Kanonieren des Nordkirchener Bürgerschützenvereins. Neben ihm steht besagte „Veronika“, eine Signalkanone, mit zwei neuen Rädern und einer neuen Achse.

40 Jahre alt wird die Kanone in diesem Jahr - genauso wie der Kanonierzug selbst. 1979 wurde die Gruppe gegründet, mit dem Ziel, ein Jahr später das 375-jährige Bestehen des Bürgerschützenvereins Nordkirchen zu feiern.

100 Jahre alte Räder mussten ausgetauscht werden

„Wir wollten das wilde Böllern kanalisieren“, erzählt Gerhard Breving. Früher habe das nämlich jeder gemacht. „Wir wollten es etwas sicherer machen“, sagt er. Den Kanonenwagen haben die Schützen damals selbst gebaut.

„Die Nieten wurden alle selbst geschmiedet und mit Handarbeit reingekloppt“, erinnert sich Harald Kühn, der einer von noch drei verbliebenen Gründungsmitgliedern ist. Elf Mann gründeten den Kanonierzug damals. Heute besteht die Gruppe aus sieben Mitgliedern.

Ein besonderes Geschenk zum Jubiläum: Die Nordkirchener Kanoniere werden 40 Jahre alt

Der Kanonenzug "Veronika" bekam zum 40. Geburtstag zwei neue Räder. © Pascal Albert

Bei der Gründung wurde der Kanonenwagen damals aus einem alten Stürzkarren gebaut. „Die Holzräder waren genau passend“, erzählt er. Doch die Räder sind nun bereits etwa 100 Jahre alt, weshalb es Zeit geworden sei, sie auszutauschen.

Besondere Handwerkskunst aus Rheinbrohl

Die neuen Räder seien etwas ganz Besonderes, erzählt Gerhard Breving. Die Eisenbereifung sei auf das gebogene Holz heiß aufgezogen worden. „Das können nur noch ganz wenige“, sagt Harald Kühn. Hergestellt wurden die beiden großen Räder von einem Handwerker in Rheinbrohl, zwischen Koblenz und Bonn.

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Genutzt wird die Kanone bei mehreren Anlässen. „Wir brauchen die, um das ganze Dorf darauf aufmerksam zu machen, dass das Schützenfest beginnt“, erzählt Harald Kühn. Am Samstag werde der Kanonierzug dann um 6 Uhr morgens mit den Pionieren des Schützenvereins durchs Dorf ziehen. Auch der neue König wird mit Kanonenschüssen begrüßt.

Schwarzpulver und Verdämmmaterial erzeugen einen lauten Knall

Angst muss aber niemand vor den Kanonenschüssen haben. Denn es wird natürlich nicht scharf geschossen. Es geht den Männern eher um den Knalleffekt. „Wir sind Freunde des Donners“, scherzt Harald Kühn. Und um so laut wie möglich zu sein, wird eine Mischung aus Schwarzpulver und Verdämmmaterial gezündet.

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„Nur Schwarzpulver würde wegglimmen“, erklärt Gerhard Breving den Einsatz des Verdämmmaterials. Letztes komme nämlich auf das Schwarzpulver drauf, wodurch sich beim Zünden erst Druck aufbaue, ehe das Verdämmmaterial dann mit einem großen Knall abgefeuert wird.

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