Blitz-Marathon: Hier steht heute die Polizei

Übersicht der Messstellen

Rasen ist teuer am 16. April 2015. Beim Blitz-Marathon kontrollieren Polizisten an vielen Gefahrenstellen die Geschwindigkeit. In ganz NRW sind es 2600 Messstellen, in der Region Hunderte. Wir zeigen sie auf einer Karte - auch die Blitzer-Stelle in Nordkirchen. Außerdem erklärt der Erfinder des Blitz-Marathons, was sein Ziel war.

NORDKIRCHEN

, 15.04.2015, 13:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist der Blitz-Marathon? Eine Groß-Aktion, die die Polizei NRW 2012 ins Leben rief. Das Ziel: Auto-, Lastwagen- und Motorradfahrer werden über einen Zeitraum von 24 Stunden an vielen Orten im Land kontrolliert. Wer zu schnell ist, wird geblitzt. So sollen die Verkehrsteilnehmer lernen, langsamer zu fahren. Die Polizei spricht von einem Erfolg - erstens weil die Zahl der Erwischten mehr und mehr zurückging, zweitens weil auch andere (Bundes-)Länder mittlerweile mitmachen: erst Niedersachsen, Bayern und die Niederlande, später alle Bundesländer, im April 2015 nun 21 europäische Länder. Nur ein Bundesland macht dieses Mal nicht mit: Die Polizei in Schleswig-Holstein hat zu viel zu tun mit dem Treffen der G7-Staaten in Lübeck, um zeitgleich noch zu blitzen.

Wie lange dauert der Blitz-Marathon dieses Mal? Am Donnerstag, 16. April, von 6 bis 24 Uhr. Ursprünglich sollte der Blitz-Marathon bis 17. April, 6 Uhr morgens gehen. Weil aber kurz darauf die Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes im Kölner Dom ansteht, wurde die Polizei-Aktion in NRW um sechs Stunden verkürzt.

Wo blitzt die Polizei denn nun? 100-prozentig verrät das die Polizei vorher nicht. Sie nennt allerdings die Orte, an denen sie voraussichtlich steht. In dieser Karte zeigen wir Ihnen diese Stellen in der Region.

Wenn Sie auf das Plus zeichen in der Karte klicken, können Sie die Stellen heranzoomen.

gelb: Dortmundhellblau: Bochummittelblau: Wittendunkelblau: Hagendunkelgrün: Lünenorange: restlicher Kreis Unnarot: Kreis Recklinghausenschwarz: Hernebraun: Kreis Coesfeldhellgrün: nördlicher Märkischer Kreis

 

Wie konnten sich die Bürger beteiligen? Die Menschen in NRW hatten im Vorfeld die Möglichkeit, für einzelne Blitzer-Stellen zu stimmen. In Dortmund und Lünen beispielsweise standen 100 Orte zur Auswahl. An den 14 Stellen mit den meisten Stimmen wird die Polizei auf jeden Fall stehen. Aber auch an 43 weiteren Messstellen werde die Geschwindigkeit kontrolliert, sagt die Polizei.

Wer ist der Erfinder des Blitz-Marathons? "Die Ursprungsidee stammt von mir, war allerdings nur eine kleine Keimzelle", sagt Polizist Michael Frücht. Er ist mittlerweile Chef des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) der NRW-Polizei in Selm-Bork im Kreis Unna. Frücht weiter: "Der Gedanke war, warum nicht alle Kreispolizeibehörden unter einem gemeinsamen Motto innerhalb eines festen Zeitraums die Ressourcen bündeln und einen großen Einsatz daraus zu machen. An der Idee haben viele Menschen mitgewirkt, sie umzusetzen und auszufeilen."  

Was soll der Blitz-Marathon bringen? Frücht stellt klar: "Wir haben die klare Erkenntnis, dass überhöhte Geschwindigkeit im Straßenverkehr tötet. Sie ist der Killer Nummer eins. Wir haben in NRW im Vorjahr 520 Verkehrstote gehabt, bundesweit 3300. In mehr als 30 Prozent der Fälle sind Menschen zu schnell gefahren." Es gehe nicht darum, möglichst viele Knöllchen zu verteilen - im Gegenteil: "Der größte Erfolg wäre, wir würden keinen einzigen blitzen müssen."

Aber ist der Blitz-Marathon nicht nur eine große PR-Kampagne? Auf diese häufige Kritik erwidert Frücht: "Das Ziel des Blitz-Marathons ist, die Leute zu sensibilisieren und sie mit den Gefahren vertraut zu machen. Dazu brauchen wir Kommunikationswege. Und das sind auch die Medien. Den Leuten, die sagen, dass es zu teuer sei, sage ich: Wenn die Polizei nur ein Menschenleben mit diesen Maßnahmen rettet, hat es sich gelohnt."

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