Bürger sind gefragt beim Kampf gegen wilde Kippen

Müll in Nordkirchen

Wie fast jede Gemeinde oder Stadt hat auch Nordkirchen einen Wertstoffhof. Trotzdem entdeckt die Gemeindeverwaltung immer wieder - und zuletzt vermehrt - wilde Müllkippen. Ein Problem, mit dem Kommunen und Privatleute in ganz NRW zu kämpfen haben.

NORDKIRCHEN

, 22.07.2016, 04:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürger sind gefragt beim Kampf gegen wilde Kippen

Dachpappe und Autoreifen wurden in der Bauerschaft Piekenbrock in Nähe des Golfplatzes in der Natur entsorgt. Die Zeche dafür zahlt jeder Nordkirchener mit den Abfallgebühren. Vollkommen unnötig, denn der Remondis-Wertstoffhof nimmt solche Abfälle an.

Eine solche wilde Müllkippe sei in der vergangenen Woche in der Bauerschaft Piekenbrock in der Nähe des Golfplatzes entdeckt worden, sagt Gemeindesprecherin Anne Büscher. Unbekannte hätten dort Dachpappe, Autoreifen und einige giftige Stoffe abgeladen.

So sollten Zeugen handeln:

Der Fachbereich Bürgerservice der Gemeinde weist darauf hin, dass es sich hierbei um eine Ordnungswidrigkeit handelt und bittet die Bürger sich im Rathaus, Bohlenstraße 2, zu melden, wenn sie beobachten, dass jemand Müll in die Natur wirft. Unter Tel. 02596 917130 erreiche man die zuständigen Mitarbeiter.

Anne Büscher teilt mit, man entdecke auf das Jahr verteilt durchschnittlich eine wilde Müllkippe im Monat. „In den Sommermonaten steigt die Tendenz regelmäßig“, sagt sie, „im Winter wird weniger Müll in die Natur gekippt.“ Ist eine Müllkippe in der Natur entdeckt, kümmere sich der Bauhof der Gemeinde um die Entsorgung. „Was das kostet, kommt auf die Menge und die Art des Mülls an“, so Büscher. Die Gemeinde Nordkirchen müsse den in der Natur abgelagerten Müll in jedem Fall kostenpflichtig entsorgen. Und die Kosten dafür trage jeder Nordkirchener in Form der Abfallgebühren.

Gemeinde ist auf Hinweise angewiesen:

Ohne Hinweise aus der Bürgerschaft sei es fast unmöglich, die Müllsünder zu ermitteln. Anders sei das bei konkreten Zeugen-Hinweisen. Wer einen Vorfall beobachtet, sollte sich das Autokennzeichen notieren. Einen Täter habe man kürzlich ermitteln können, sagt Anne Büscher: „Der Täter konnte damals anhand eines Briefumschlages, der sich bei dem Müll befand, identifiziert werden. Name und Adresse standen drauf.“

Beliebte Orte für wilde Müllkippen, so die Sprecherin der Gemeinde, seien grundsätzliche die Bauerschaften. Anne Büscher kennt auch den Grund dafür: „Dort herrscht in der Dunkelheit wenig Verkehr.“

Die Gemeinde appelliert an alle Nordkirchener, ihren Abfall, der nicht mit den Müllgefäßen entsorgt werden kann, zum Wertstoffhof der Firma Remondis an der Ferdinand-Kortmann-Straße 16 zu bringen.

Öffnungszeiten in Nordkirchen
Der Wertstoffhof ist freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

 

Problem in ganz NRW

Vor allem in diesem Jahr scheint in vielen Städten und Kommunen in NRW mehr Müll einfach in die Landschaft gekippt zu werden als in den Vorjahren. Für Privatbesitzer der Grundstücke sind illegale Müllkippen ein großes Ärgernis. Viele Verursacher kommen ungestraft davon.

„Es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens eine Müllstelle im Stadtgebiet entdeckt wird“, sagt Ulrich Wahl, Leiter der Stadtpflege bei den Wirtschaftsbetrieben Lünen (WBL). 51 größere Fundorte verzeichnet die WBL Stand Juni im Jahr 2016, im gesamten Vorjahr waren es 56. Den Eindruck bestätigt auch Birgit Kalle, Sprecherin des Kreises Unna. „Dieses Jahr wird besonders viel einfach irgendwo hingeschmissen“, sagt sie. Wenn der Müll nicht schnell beseitigt würde, würde noch mehr Leute dort etwas abladen. 

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Wälder sind besonders oft betroffen

Auch Wälder sind ein beliebtes Ziel. „Wir führen zwar keine Statistik, aber das ist ein dauerhaftes Problem in ganz NRW“, sagt Stefan Befeld von Wald und Holz NRW. Ein Großteil der Wälder befindet sich in Privatbesitz. Diesen greift das Land bei Müllfunden unter die Arme. „Die Kosten, die den Besitzern entstehen, den Müll auf die nächste Straße zu transportieren, übernimmt das Land“, sagt er. Das Problem würde sich dann in Zusammenarbeit mit den Entsorgern vor Ort lösen.

„Es ist ein gesellschaftliches Problem“, sagt Befeld, „man müsste an die Menschen appellieren, dass der Schaden für die Allgemeinheit viel größer ist.“ Die kommunalen Entsorgungsgebühren werden schließlich auf alle umgerechnet.

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